Umfrage zeigt Handlungsbedarf im Bereich „Frauen im Luftsport“

Eine 2024 durchgeführte Online-Umfrage des Österreichischen Aero-Clubs, Sektion Segelflug, zeigt, dass sich Luftsportlerinnen im Vereinsumfeld bisweilen unwohl fühlen und von unangemessenem Verhalten durch ihre Vereinskameraden betroffen sind. Auch deutsche Luftsportlerinnen haben in der Umfrage ihre Erfahrungen geschildert. Der Bundesausschuss Fliegende Frauen (BAFF) im DAeC sieht Handlungsbedarf.

Laut den Umfrageergebnissen hat beinahe jede zweite der deutschen Umfrageteilnehmerinnen mehrmals übergriffige oder sexistische Erfahrungen gemacht. Jede vierte Teilnehmerin wurde bislang einmalig damit konfrontiert. Hier wurden als Beispiele „die unerwünschten Berührungen von Oberkörper bis Po“ sowie „sexistische Bemerkungen sind Alltag“ genannt. Die Ergebnisse der Umfrage sind aufgrund der Teilnehmerinnenzahl zwar nicht repräsentativ, zeigen aber Problemfelder auf, die Luftsportvereine betreffen können. „Diese Umfrage ist kein Vorwurf: Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, alle unsere Vereine zu Räumen des Vertrauens und der Offenheit zu machen. Wo Vielfalt nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert wird – und wo respektvolles Miteinander selbstverständlich ist“, appelliert Mirjam Großmann, Ansprechpartnerin für sexualisierte Gewalt im DAeC.

Der BAFF erwägt daher unter anderem eine ähnliche Online-Umfrage zu gestalten, die allerdings alle Geschlechter und weitere Faktoren mit einbeziehen soll. „Respektloses Verhalten, Grenzverletzungen und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden – das kann jede und jeden treffen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Erfahrung. Prävention geht uns alle an“, so Großmann weiter.

„Unser Ausschuss entwickelt zudem aktuell verschiedene Angebote wie Technikkurse und Wochenendseminare, in denen die Luftsportlerinnen auch mal unter sich sein und ohne äußere Störeinflüsse einen offenen Austausch unter Gleichgesinnten genießen und ihre Freude an der Fliegerei teilen können. Das kann aber nur eine Zwischenlösung sein. Auf Dauer müssen wir zu einer einheitlich offenen und wertschätzenden Kultur in unseren Vereinen kommen – und ich bin sicher, dass das allen Mitgliedern zu Gute kommt. Weiblichen Rollenvorbildern in Schlüsselfunktionen kommt da eine besondere Bedeutung zu“, sagt die Vorsitzende des BAFF, Dr. Sybille Krummacher.

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