Runder Tisch zum Thema Flugmedizin im Verkehrsministerium

Staatssekretär Schnorr, der auch auf der DAeC Hauptversammlung in Speyer Rede und Antwort stand, hatte für den vergangenen Montag, den 9. Februar zum Runden Tisch ins Bundesverkehrsministerium in Bonn geladen.

Anwesend waren neben Vertretern des Bundesministeriums und des LBAs alle Vertreter der betroffenen Gruppen und Organisatoren. Der DAeC war durch seinen Präsidenten Claus Cordes vertreten.

Es wurde deutlich, dass jetzt sehr schnell Verbesserungen erwartet werden. So wiesen die Vertreter der Industrie darauf hin, dass die Verluste, die alleine durch die im Durchschnitt vier Monate dauernden Verweisungen bei Berufspiloten entstehen, in zweistelliger Millionenhöhe liegen. Die Vertreter der Vereinigung Cockpit brachten an, dass die beklagten Zustände ausserdem zu einem völligen Vertrauensverlust  der Pilotenschaft gegenüber dem LBA geführt haben und es keine "Meldeehrlichkeit" mehr gebe. Damit ist ein Grundprinzip der Flugsicherheit durch eine Behörde ausgehebelt.  Der Flugärzteverband berichtete, dass sich laut einer internen Umfrage 90 % der Fliegerärzte in ihrer Arbeit durch das LBA nicht wertgeschätzt fühlen. Claus Cordes mahnte an, dass der Bestand an Fliegerärzten dramatisch zurückgeht, und dass die Ursache für den fehlenden Nachwuchs in den umständlichen Verfahren zum Erwerb und zur Erhaltung der Zulassung liegen. Junge Luftsportlerinnen und Luftsportler, die heute nicht flugtauglich geschrieben werden, weil die Wege zum Fliegerarzt zu weit und die Kosten zu hoch sind, stehen morgen nicht als qualifizierter Nachwuchs zur Verfügung. Breiten Raum nahm die Praxis des LBA ein, bei Verweisungen häufig auch andere Umstände als den Verweisungsgrund zu untersuchen. Die Begründung für dieses Vorgehen wurde von der Versammlung mit Entsetzen zur Kenntnis genommen.

Es besteht laut Claus Cordes aber Grund zu der Hoffnung, dass die deutlichen Worte auch aus Richtung des BMV kurz- bis mittelfristig zu einer spürbaren Verkürzung der Verweisungsdauern führen werden, was sich dann "nach hinten raus" auch für die Luftsportgemeinde positiv bemerkbar machen wird.