Gewalt im Sport – ob sexualisiert, psychisch, körperlich oder strukturell – ist kein Randthema. Sie kann in jeder Sportart auftreten. Der jüngste ZDF-Beitrag „Gold, Silber, Machtmissbrauch – die Schattenseite der Leichtathletik“ macht dies eindrücklich sichtbar. Die Dokumentation zeigt, wie sehr Gewalt im Sport Strukturen erschüttern kann. Sie macht auch deutlich, dass es nicht um Einzelfälle in bestimmten Disziplinen geht, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Gewalt und Machtmissbrauch können in jedem Verband, in jedem Verein und auf jeder Ebene auftreten – auch im Luftsport.
Genau deshalb übernehmen wir Verantwortung: Wir stellen uns dieser Realität und entwickeln klare Strukturen, die unsere Mitglieder schützen und Vertrauen stärken.
Konsequentes Handeln im Luftsport
Diese Verantwortung nehmen wir nicht nur theoretisch wahr. Auch im Luftsport hat es konkrete Meldungen gegeben: Betroffene haben sich mit Erfahrungen von sexualisierter Belästigung, Grenzverletzungen und Übergriffen an uns gewandt. Wir haben diese Meldungen ernst genommen, unmittelbar reagiert und die Täter*innen konsequent aus dem Verband ausgeschlossen.
Für uns ist das keine Einzelfallpolitik, sondern Ausdruck einer klaren Grundhaltung: Wer die Integrität anderer verletzt, hat im Luftsport keinen Platz – egal ob Pilot*in, Trainer*in, Ausbilder*in, Funktionsträger*in oder Vereinsmitglied.
Genauso wichtig wie die konsequente Reaktion ist für uns die Prävention. Wir setzen auf klare Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Grenzverletzungen und Übergriffe gar nicht erst entstehen. Gleichzeitig schaffen wir Strukturen, die allen Mitgliedern Handlungssicherheit geben – nicht erst im Ernstfall, sondern schon im Vorfeld. So stärken wir eine Kultur, in der Sicherheit, Vertrauen und Respekt selbstverständlich sind.
Prävention und Schutzkonzept „Safe Space“
Unsere Jugendorganisation arbeitet daher derzeit an einem umfassenden Schutzkonzept „Safe Space“, das auf den Leitlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) basiert. Dieses Konzept umfasst:
– präventive Maßnahmen,
– verbindliche Verhaltensregeln,
– unabhängige Anlaufstellen für Betroffene,
– klare und faire Eskalationswege bei Verstößen.
Das Konzept wird erstmals auf der kommenden Hauptversammlung allen Landesverbänden sowie Bundeskommissionen vorgestellt. Wir bauen sehr darauf, dass alle Landesverbände, Bundeskommissionen und Vereine diesen Weg mittragen und in ihren Verantwortungsbereichen umsetzen. Denn nur gemeinsam schaffen wir verbindliche Standards und eine Kultur, die Sicherheit für alle ermöglicht.
Klare Haltung – starke Gemeinschaft
Der Vorstand des DAeC steht uneingeschränkt hinter dieser Linie: Im Luftsport gibt es keinen Raum für Gewalt – in keiner Form. Wer die Grenzen anderer verletzt, muss mit klaren Konsequenzen rechnen. Zugleich stehen wir an der Seite der Betroffenen: Wir bieten Schutz, Unterstützung und Verlässlichkeit – unabhängig davon, ob ein Vorfall strafrechtlich verfolgt wird oder nicht.
Damit setzen wir ein deutliches Signal: Unsere Gemeinschaft lebt von Respekt, Vertrauen und Verantwortung.
Unser Appell
Gewalt im Sport darf kein Tabuthema sein. Wir bekennen klar: Wir schauen nicht weg, wir relativieren nicht. Stattdessen stehen wir für einen Luftsport, der geprägt ist von Respekt, Vertrauen und Sicherheit – für alle. Luftsport hat Zukunft, wenn er ein sicherer Raum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist.
