Während es im Vorjahr 31 Starter*innen gab, waren diesen Juli 45 Teilnehmer*innen angereist. Dies resultiert auch aus dem bewährten Format der Blockaufteilung in Sportsman/Intermediate und Advanced/Unlimited, wie Joachim Weinbrenner, Pressesprecher des Deutschen Kunstflug Verbandes (DKuV), berichtet: „Dank dieses Konzepts ist es uns gelungen, dass auch sehr viele ausländische Piloten und Pilotinnen gerne kommen, da sie nicht so viel Urlaub nehmen müssen.“ Trotzdem hätten sich aber viele auch die gesamte Woche Zeit genommen, um die anderen Kategorien zu verfolgen.
Die Klassen sind nach Schwierigkeit unterteilt. Die Kategorie Sportsman beginnt mit einfacheren Übungen, es folgen Intermediate, Advanced und Unlimited. Dabei steigen mit der höheren Klasse die Ansprüche: Komplexere Figuren und sinkende Flughöhen setzen einen sicheren Umgang mit der Maschine voraus.
Mindestflughöhen je nach Klasse:
Sportsman: 400 m
Intermediate: 300 m
Advanced: 200 m
Unlimited: 100 m
Daher ist es gängig, dass sich an der 70-Prozent-Regel orientiert wird, d. h., vor Aufstieg in die nächsthöhere Klasse sollte das Ergebnis in der aktuellen Klasse bei über 70 Prozent liegen. Der Beauftragte für den Sport, Ludwig Hofmann, hat darauf ein Auge und beurteilt, ob ein Aufstieg Sinn ergibt. Auch die Flugzeuge müssen für die jeweilige Klasse geeignet sein und die entsprechende Sportlichkeit mitbringen.
Der vorgegebene Flugbereich wird als Box bezeichnet, die unabhängig von der Klasse immer 1x1x1 Kilometer groß ist. Das Verlassen der Box führt zu Punktabzug in der Positionierungsnote, im schlimmsten Fall zur Disqualifikation. Eine Aufgabe besteht je nach Klasse aus 7 bis 15 Figuren und dauert zwischen 5 und 15 Minuten. Die Figuren wie beispielsweise ein Looping, Hammerhead oder Rollen werden mit bis zu 10 Punkten bewertet. Zusätzlich wird die Positionierung der Figur nach dem gleichen Punktesystem beurteilt.
„In der ersten Hälfte bei Sportsman und Intermediate hatten wir mehrfach mit Regen zu kämpfen. Da mussten wir Programme unterbrechen und abwarten, bis die Wolken sich wieder ein bisschen verzogen hatten“, sagt Weinbrenner. Auch bei Advanced und Unlimited musste später begonnen werden. Schlussendlich konnten aber alle Programme absolviert werden. Bei Sportsman und Intermediate wurde aufgrund der Wetterbedingungen allerdings das Programm getauscht. Normalerweise startet man mit dem sogenannten Known-Programm, hier wissen die Piloten genau, welche Figuren erwartet werden, und konnten dieses Programm bereits seit Veröffentlichung der Übungsaufgaben im Januar trainieren. Die Unknown-Programme, also unbekannte Aufgabenstellungen, werden erst im Wettbewerb bekannt gegeben. Bei Sportsman gibt es zwei Known- und ein Unknown-Programm. Ab der Kategorie Intermediate dann jeweils ein Known und zwei Unknown. Besonderheit war in dem Fall, dass mit dem Unknown gestartet wurde.
Besonders viele Schaulustige kamen zum Freestyle-Fliegen am Samstag. „Dabei kann sich jeder Pilot ein Programm ausdenken, das nicht an den Figuren im Regelwerk hängt“, so Weinbrenner. Hier werden die Schwierigkeit der Figuren und die Harmonie zur Musik bewertet. Florian Berger lieferte das überzeugendste Freestyle-Programm und gewann mit 3.153,77 Punkten die Kategorie.
Den Titel Deutscher Meisterkonnte sich zum wiederholten Male Florian Berger mit dem zweiten Platz hinter dem Rumänen Romain Fhal sichern. Vizemeister wurde René John (Gesamtplatz 4), und den dritten Platz belegte Markus Feyerabend (Gesamtplatz 7).
In der Kategorie Sportsman gewann Sebastian Glück. Den ersten Platz der Intermediate sicherte sich der Tscheche Tomas Turek. Der Advanced-Gewinner Jaromir Cihak kam ebenfalls aus Tschechien. Hier sicherte sich Ulrich Pade den Meistertitel vor Jan Schröjahr.
Zwar gab es leider nur zwei Pilotinnen, dafür haben es beide auf das Podium geschafft. In der Sportsman-Klasse Wiebke Althoff auf Platz 2 und in der Unlimited die Amerikanerin Ekaterina Volkova auf Platz 3.
Die Ergebnisse in Einzelnen findet ihr auf der Webseite des DKuV.
Lust bekommen selbst dabei zu sein? Die deutsche Meisterschaft ist offen, mitfliegen kann jeder, der:
Der nächste Wettbewerb ist die Reinsdorf Challenge im September. Neulinge können jederzeit gerne auf den Verband zugehen. Im Frühjahr findet zudem immer ein Trainingslager in Reinsdorf statt, welches sich besonders an Einsteiger richtet.
www.kunstflugverband.de/wettbewerbe/
Die Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug 2026 wurde vom Deutschen Aeroclub e.V., vertreten durch die Kommission Motorflug, veranstaltet. Ausrichter war der Deutsche Kunstflug Verband e.V. mit freundlicher Unterstützung durch das Flugplatzteam Welzow.