Am letzten Januar-Wochenende fand das sage und schreibe fünfzigste Hexentreffen statt. Ein Jubiläum, bei dem selbstverständlich auch Ingrid Blecher, die das Hexentreffen 1975 ins Leben rief, in den Mittelpunkt der Veranstaltung rückte.
Was vor Jahrzehnten beim ersten Treffen mit 26 Segelfliegerinnen begann, lockte 2026 rund 120 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland nach Siegen. Einst ins Leben gerufen um die wenigen Pilotinnen, die es gab zusammenzubringen und zu stärken, ist es ein wichtiges Netzwerktreffen zum Austausch der, weiterhin in der Minderheit stehenden, Frauen im Luftsport geworden.
Als das Hexentreffen entstand, mussten die wenigen Frauen in den Vereinen noch stärker als heute um ihre Anerkennung kämpfen. Mit dem Begriff sollte den Männern in den Vereinen den Wind aus dem Segel genommen werden. Wer sich selbst als „Hexe“ bezeichnet, war kaum noch als Hexe diffamierbar.
An diesem Tag gab es neben spannenden Fachvorträgen auch etliche Auszeichnungen. Präsident Claus Cordes überreichte gemeinsam mit VDP-Präsidentin Heike Käferle ein in Glas graviertes Erinnerungsstück zum Jubiläum an Ingrid Blecher. Cordes betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Frauen im Luftsport, gerade unter Betrachtung der immer noch geringen Frauenanteile. Sowohl im Freizeitsport als auch in der Business Aviation.
Von Volker Engelmann, Präsident des Aeroclub NRW, gab es für Ingrid Blecher dann noch die goldene Ehrenplakette, die höchste Auszeichnung des Landeverbandes.
Ingrid Hopman wurde für ihr Lebenswerk mit der „Goldenen Hexe“ geehrt – eine Auszeichnung des DAeC für „außerordentliche Verdienste für die Frauenförderung“, die 1997 von der damaligen Vizepräsidentin Isolde Wördehoff eingeführt wurde. Ingid ist mit 85 Jahren die älteste, aktive Privatpilotin in Deutschland. Guadalupe Gozalo Aguete bekam für ihre besonderen Leistungen im und für den Frauenluftsport den Agathe Gerdes Preis des Aeroclub NRW e.V.
Engelmann beschreibt: „Luftsport ist Entscheidungsfindung, mentale Stärke, Teamarbeit. Eine Kultur, in der man miteinander lernt.“ Er sagt: „Wir brauchen solche Räume, in denen Expertise sichtbar wird und weitergegeben werden kann, und das luftsportübergreifend.“ Und so einen Raum bietet das Hexentreffen. Die nachfolgenden Vorträge begeisterten ebenso wie der Austausch in den Pausen.
Die junge Pilotin Johanna Zitzmann, vom JFG Donauwörth-Mohnheim, berichtet wie sie sich beim Mittagessen auch mit deutlich älteren Fliegerinnen unterhalten hat: „und dann kam plötzlich raus, dass sie schon mal Weltmeisterin war, was ich gar nicht gedacht hätte und dann waren wir schon mittendrin in einem langen Gespräch.“
Dass der Austausch mit der Jugend unverzichtbar ist, bleibt unumstritten und so sprachen sich alle Redner auch für die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung aus.
Für die Zukunft des Luftsports wünscht sich Ingrid Blecher, „dass viele Frauen fliegen, viele Junge dazukommen und dass es mit den Wettbewerben weitergeht“.