Drittes Frauen-Freundschafts-Fliegen 2026 auf dem Übersberg

Sieben Tage Thermik, Freundschaft und grenzenlose Begeisterung: Unter diesem Motto fand vom 18. bis 25. Juli 2026 bereits zum dritten Mal das Frauen-Freundschafts-Fliegen (FFF) auf dem Segelfluggelände Übersberg bei Pfullingen statt.

Am Ende der Woche stand eine beeindruckende Bilanz:

171 Starts, rund 267 Flugstunden und insgesamt 7.871 geflogene Kilometer.

Doch was vom dritten Frauen-Freundschafts-Fliegen am meisten in Erinnerung bleiben wird, lässt sich nicht in Statistiken ausdrücken: neue Freundschaften, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Begeisterung für das Segelfliegen.

Von der WSPA zum FFF

Die Geschichte des FFF beginnt mit der Women Soaring Pilots Association (WSPA). Vom 3. bis 7. Juli 2023 veranstaltete die WSPA ihr internationales Jahres-Seminar in Deutschland auf dem Übersberg. Die Organisation bringt leidenschaftliche Segelfliegerinnen aus der ganzen Welt zusammen – von Australien bis Israel, von Italien bis Deutschland.

Denn obwohl die Luftfahrt noch immer stark männlich geprägt ist, verfolgt die WSPA ein klares Ziel: Frauen im Segelflug zusammenzubringen, zu unterstützen, zu inspirieren und miteinander zu vernetzen.

Nach den europäischen Seminaren 2009 in Slowenien, 2014 in Italien und 2023 in Deutschland entstand auf dem Übersberg der Wunsch, diese besondere Idee weiterzuführen. So wurde 2024 das erste Frauen-Freundschafts-Fliegen ins Leben gerufen – als eine Art europäisches Gegenstück zum großen WSPA-Treffen in Kansas.

Was zunächst als einzelnes Treffen gedacht war, ist inzwischen zu einer eigenen Tradition geworden. 2026 fand bereits die dritte Ausgabe statt.

Ein großes Treffen mit internationalem Charakter

Organisiert wurde das diesjährige FFF von der Flugsportgruppe Heinkel, einem der vier Vereine der Flugsportvereinigung Übersberg (FSVÜ). Gemeinsam mit dem Luftsportverein Reutlingen, der Akaflieg Tübingen und der FSG Pliezhausen wird auf dem Segelfluggelände Übersberg der Flugbetrieb durchgeführt; die FSVÜ übernimmt die Organisation und Verwaltung des Flugplatzes sowie die Koordination des Flugbetriebs.

Hinter dem FFF stand jedoch nicht nur ein einzelner Verein, sondern ein großes Team engagierter Menschen. Die Gesamtorganisation und Kommunikation lag vor allem bei Barbara Kaiser und Manu Steck. Dazu kamen Fluglehrer, Flug- und Betriebsleiter, Schlepp- und Windenfahrer, Mitglieder der Jugendgruppe sowie zahlreiche weitere freiwillige Helferinnen und Helfer aus den vier Übersberger Vereinen. Das Logo des diesjährigen FFF wurden von der 16-jährigen Flugschülerin Ema Steck gestaltet. 

Insgesamt hatten sich 20 Pilotinnen angemeldet. Sie kamen aus verschiedenen Bundesländern wie Bayern, Hessen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – und weit darüber hinaus: aus China, Australien, Ungarn sowie aus Texas und Alaska in den USA.

Unter den Teilnehmerinnen waren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten: professionelle Pilotinnen ebenso wie begeisterte Hobbyfliegerinnen, langjährige Segelfliegerinnen und Frauen, die nach vielen Jahren im Ruhestand ihre alte Leidenschaft wiederentdeckt hatten. 

Zusammen mit den neun Pilotinnen aus den gastgebenden Übersberger Vereinen sowie den vielen Helfern, Familienangehörigen und Freunden kamen im Laufe der Woche rund 40 Menschen zusammen.

Unterschiedliche Generationen, verschiedene Berufe, unterschiedliche Nationalitäten und Lebensgeschichten – verbunden durch eine gemeinsame Leidenschaft: das Segelfliegen.

Ein stimmungsvoller Auftakt

Die meisten Teilnehmerinnen reisten am Samstagnachmittag an. Zelte, Wohnwagen und Flugzeuge wurden aufgebaut, erste Begrüßungen ausgetauscht – und schon bald war auf dem Flugplatz eine ganz besondere Atmosphäre zu spüren.

Am Abend lud das Gastgeberteam zum gemeinsamen Begrüßungsgrillen ein. Bei gutem Essen, Getränken und vielen Gesprächen lernten sich die Teilnehmerinnen kennen. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, neue geschlossen.

Flugbetrieb bei besten Bedingungen:

7 Tage Sonne, 21 Flugzeuge - für jede Pilotin ein Platz in der Luft

Am Sonntagmorgen begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstücksbuffet und anschließendem Briefing. Uwe Kaiser, Vorstand der Flugsportgruppe Heinkel, stellte den Teilnehmerinnen das Fluggelände, die örtlichen Besonderheiten und die wichtigsten Regeln für den Flugbetrieb vor. Anschließend folgte ein Wetterbriefing mit Ines Schäffer und Jutta Scholz. 

Gemeinsam wurden die mitgebrachten Flugzeuge aufgerüstet. Insgesamt waren 15 eigene Segelflugzeuge vor Ort, darunter eine DG-100, Libelle, Discus, LS8, LS3, LS4, SIE 3, ASW 27, DG-800 und Kestrel 401.

Doch auch für Teilnehmerinnen ohne eigenes Flugzeug war bestens gesorgt. Die Gastgeber stellten zwei ASK 21, zwei Duo Discus XLT und einen Arcus T zur Verfügung. Für die Starts standen außerdem die nötigen Schleppmaschinen bereit, darunter eine Dynamic WT-19.

Fast jeden Tag sorgte gute Thermik für ideale Segelflugbedingungen. Die Pilotinnen konnten nicht nur ihre Runden über dem Übersberg drehen, sondern ausgedehnte Streckenflüge unternehmen und die Schwäbische Alb ausgiebig erkunden.

Ein Ballon am Übersberg

Am Dienstag gab es neben den Segelflugzeugen noch einen weiteren besonderen Gast am Himmel: den Ballon „Wilhelmine“ des BWLV.

Der große Heißluftballon mit dem weithin sichtbaren BWLV-Logo hob vom Flugplatz ab. Daniela Helbig, Christina Kaiser und Manu steck durften sogar mitfahren.

Für die Segelfliegerinnen war dies eine ganz andere Art, den Himmel zu erleben. Gleitschirm, Heißluftballon oder Segelflugzeug – die Wege in den Himmel mögen unterschiedlich sein, doch die Faszination bleibt dieselbe.

Besuch mit 55 Jahren Flugerfahrung

Ein weiterer besonderer Besuch sorgte ebenfalls für große Freude: Gudrun Bühler, Präsentantin Süd-Württemberg/Hohenzollern des BWLV, besuchte die Veranstaltung und stellte sich beim Briefing am Freitag persönlich vor. Sie zeigte sich begeistert von der Veranstaltung und möchte sich künftig gerne stärker in die Verbandsarbeit einbringen.

Das FFF spielte sich keineswegs nur in der Luft ab

Jeden Abend wartete ein liebevoll vorbereitetes gemeinsames Abendessen auf die Pilotinnen. Das Gastgeberteam ließ sich jeden Tag etwas anderes einfallen. Auch beim Frühstück wurden die Teilnehmerinnen bestens versorgt. Herr Bayer, Bäcker aus Mittelstadt, spendete jeden Morgen eine wunderbare Auswahl an Brötchen, Brezeln und Brot.

Während der gesamten Woche war der Teamgeist überall spürbar. Ob beim Auf- und Abrüsten der Flugzeuge, beim Startbetrieb, beim Rückholen der Flugzeuge, in der Küche oder bei der Betreuung von Kindern und Hunden – überall halfen sich die Teilnehmerinnen selbstverständlich gegenseitig. Jeder packte mit an, und genau dieses Miteinander machte die Veranstaltung so besonders.

Ausblick auf 2027

Nach sieben Tagen ging die gemeinsame Zeit viel zu schnell zu Ende.

Wer einmal dabei war, versteht schnell, warum viele Teilnehmerinnen schon bei der Abreise sagten: „Bis nächstes Jahr auf dem Übersberg!“

Nach einer rundum gelungenen dritten Auflage steht bereits der Termin für das nächste Treffen fest: Das 4. Frauen-Freundschafts-Fliegen soll vom 10. bis 17. Juli 2027 auf dem Übersberg stattfinden.

Das FFF ist mehr als eine Flugveranstaltung. Es ist eine Einladung, gemeinsam abzuheben.