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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug 2016

(15.Sep.16) 30 Teilnehmer, 6 Tage, 125 Flüge

Auf dem Flugplatz Ballenstedt trafen sich die besten Motorkunstflieger um ihre Meister zu küren. Neuer Deutscher Meister ist Martin Albrecht aus Straubing.

Die Podiumsplätze

Sportsman

Oliver Bax
Wolfgang Bax
Sven Calsbach

Intermediate

Franz Eckerle
Christian Schulte
Maximilian Schauerte
Advanced

Markus Feyerabend
Kathi Suthau
Holger Keil
Unlimited

Martin Albrecht
Florian Bergér
Heinrich Sauels
Unlimited Freestyle

Martin Albrecht
Florian Bergér
Heinrich Sauels

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Deutsche Meisterschaft Motorkunstflug 2015

Gera, 29. Juni bis 4. Juli 2015 (>hier< die Ergebnisse)

28 Piloten, darunter drei Frauen, bewiesen ihr Können. Die Meisterschaft wird als Mehrkampf in drei Disziplinen durchgeführt und fordert die Teilnehmer in Pflicht, Kür und Unbekannter Pflicht. Gerade die Letztgenannte ist besonders selektiv, wird doch dieses Programm erst am Tag vor dem Wertungsflug veröffentlicht und kann nur mental, nicht aber im Flug geübt werden. Es wird quasi vom Blatt geflogen.

Nachdem die letztjährige Meisterschaft erheblich unter dem Wetter, mit tiefen Wolken und immer wieder Niederschlägen, leiden musste, zeigte es sich in diesem Jahr von seiner sonnigen Seite. So konnten die Wertungsflüge des klassischen Kunstfluges in Rekordzeit abgewickelt werden, und auch die für den Samstagnachmittag geplanten Freistilküren der höchsten Leistungsstufe konnten reibungslos durchgeführt werden. So schön der Sonnenschein war, flugtechnisch führte er zu erhöhter Aufmerksamkeit, denn bei relativ geringem Druck und den hohen Temperaturen er-rechneten sich teilweise Dichtehöhen von mehr als 3200 Fuß. Da wird die Luft auch für den Kunstflug langsam dünn.

Wieder konnte die Meisterschaft in allen vier Kategorien ausgetragen werden, wobei die beiden unteren Kategorien – Sportsman und Intermediate – mit jeweils fünf Startern den Ruf nach Nachwuchs laut werden ließ. Deshalb sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass es für diese Deutsche Meisterschaft keine Qualifikationshürden gibt. Wer in der Lage ist, ein Sportsman-Programm sicher zu fliegen, der kann dabei sein. Dazu gehört auch ein gewisser Trainingsaufwand, der sich aber in einem erträglichen Rahmen bewegt. Sein Können verfestigen kann man zum Beispiel auch in einem von German Aerobatics angebotenen Trainingslager, wie es jährlich im Frühjahr und Herbst angeboten wird. Die beiden oberen Kategorien – Advanced und Unlimited – waren mit elf und sieben Teilnehmern erfreulich stark besetzt. In diesen Gruppen geht es neben den Meistertiteln immerhin auch um die Qualifikation für die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft.

Bis auf die zweithöchste Gruppe war das Endergebnis bis zum letzten Wertungsflug offen. Hier siegte mit einer soliden Darbietung und einem Vorsprung von fast vier Prozent vor dem Zweitplatzierten souverän der Thüringer Heintje Wyczisk. Er konnte alle drei Disziplinen für sich entscheiden. In der Königsklasse war die Leistungsdichte höher, und so trennten den Zweitplatzierten hier nur 1,2 Prozent vom neuen Deutschen Meister, dem Kempener Heinrich Sauels. In seinem 13. Wettbewerb konnte er den ersten Sieg erringen. Die Sieger der Sportsman und Intermediate heißen Wolfgang Schatz und Bernhard Diehl. Beide bewiesen, dass man für die erfolgreiche Teilnahme keine Extra, Cap, Suchoi oder Xtreme benötigt, um sich durchzusetzen. Sie flogen auf Decathlon und Pitts S-2B. Auch die Vizemeisterin der Sportsman-Klasse, Petra Unger, vertraut auf Doppeldecker. Sie brachte die einzige Pitts S-1S an den Start.

Neben der Intermediate-Pilotin Nadezhda Yakhnich aus Russland brachte der französische Gastschiedsrichter, Bernard Courtois, internationale Couleur in den Wettbewerb. Ihm fiel besonders das große Spektrum an Flugzeugtypen angenehm auf: Pitts S-1 und S-2, Extra 300, Jak 55, Suchoi 29 und 31, Super und Extra Decathlon, Laser 260, Giles 202, Xtreme 300. Wann bekommt man die schon gemeinsam auf einem Flugfeld zu sehen?!

Mit dem Final-Freestyle hatte diese Deutsche Meisterschaft einen würdigen Ausklang und erfreute die zahlreichen Besucher, die im Lauf der Woche aufmerksam geworden waren. In diesem fünften Wertungsflug, der als ausgegliederte Wertung nicht zum Mehrkampf zählt, konnte Heinrich Sauels den Konkurrenten Martin Albrecht ganz knapp auf Distanz halten.

JL