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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

 

 

 

 

Bundeskommission Motorflug im DAeC

Vogelschutz: Achtung ABA - Bitte beachten!

Luftsportler lassen sich für die großartige Landschaft begeistern. Sie sind sensibel für Störungen und wissen, dass eine intakte Umwelt ihre wichtigste Ressource ist. Aber - wie alle Aktive aus den Outdoor - Sportarten können auch Piloten die Natur und Umwelt empfindlich stören, meist aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit. Tiefe Flüge über störsensible Gebiete können die Vogelwelt nachhaltig schädigen. Außerdem ist Vogelschlag eine ernst zu nehmende Gefahr für Luftsportler. Um Natur und Piloten zu schützen, sind in den Luftfahrerkarten die relevanten Vogelvorkommen, die ABAs (Aircraft relevant Bird Areas) flächig eingetragen.

Karte mit freundlicher Genehmigung der DFS. Nicht zu navigatorischen Zwecken geeignet.

Mit den ABAs sind keine rechtlichen Vorgaben oder Einschränkungen verknüpft. Vielmehr sollen die Markierungen und Hinweise den Piloten ermöglichen, Risiken leichter zu erkennen und Störungen zu vermeiden. Alle Empfehlungen sind freiwillig. Untersuchungen haben ergeben, dass in 600 Meter über Grund die ABAs in der Regel gefahrlos für Mensch und Tier überflogen werden können.

Die Kennzeichnung der relevanten Gebiete zeigt dem Piloten die genaue Ausdehnung des Bereichs und gibt Aufschluss, wann mit dem besonderen Vogelaufkommen zu rechnen ist. Einige Gebiete sind ganzjährig betroffen, andere nur während der Brut- oder Zugzeit. Störungen während der Brutzeit können dazu führen, dass die Elterntiere das Nest verlassen und das Gelege dann ungeschützt Feinden ausgeliefert ist oder so auskühlt, dass der Nachwuchs im Ei stirbt. Zugvögel brauchen ungestörte Rastplätze um Nahrungsreserven aufzunehmen. Der Weiterflug kann durch Störungen gefährdet werden.

In den Luftfahrerkarten 2007 wurden zum ersten Mal die ABAs aufgeführt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der DAeC hatten sich zusammen für eine freiwillige Lösung stark gemacht. Ziel war, durch Aufklärung und Information zum Schutz von sensiblen Vogelarten beizutragen und dadurch zu verhindern, dass in Deutschland keine Sperr- und Begrenzungsgebiete zum Vogelschutz eingerichtet werden, wie es in vielen europäischen Nachbarländern bereits der Fall ist. Es hat sich gezeigt, dass die Aufklärungsarbeit über die Vermeidung von Störungen durch Luftsportler sehr effektiv und nachhaltig ist.

Auf Initiative des BfN wird aktuell geprüft, ob die Gebietskulisse noch korrekt ist. Beispielsweise wird geprüft, ob neue Gebiete aufgenommen werden sollten, ob in den gekennzeichneten Gebieten noch die schutzwürdige Vogelpopulation lebt oder ob die eingezeichnete Abgrenzung noch gilt oder sich vielleicht verschoben hat. In dieser Gruppe arbeiten wieder die Spezialisten aus den Bereichen Luftsport und Naturschutz zusammen.