Leistungssport im Modellflug

Die Wettbewerbsklassen im Modellflugsport sind so vielfältig wie der Sport selbst. In über 60 Klassen werden Deutsche Meisterschaften sowie Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Dies ist eine komplette Zusammenstellung aller Modellflugklassen der FAI und des DAeC.

Modellflugklassen

So gering das Aufsehen in der Öffentlichkeit, so aufregend das sportliche Geschehen. Alle Freiflieger fliegen Wettbewerbe, manche 20 und mehr pro Jahr. Dreißig Nationen laden zu rund 80 World Cup-Wettbewerben ein; die Sieger müssen mehrere dieser hochklassigen Konkurrenzen gewonnen haben, um ausreichend Punkte zu haben. Und Jahr für Jahr gibt es vier Welt- und Europameisterschaften, zu denen der DAeC deutsche Nationalteams entsendet. Vier der zwölf internationalen Meisterschaften im Modellflugsport sind Freiflug-Ereignisse!

INTERNATIONALE FREIFLUGKLASSEN  
F1A Segelflugmodelle (A-2 Klasse)
F1B Flugmodelle mit Gummimotor
F1C Flugmodelle mit Verbrenner
F1D Saalflugmodelle
F1E Segelflugmodelle mit Selbststeuerung (Hangflug)
F1G Flugmodelle mit Gummimotor (Coup d'Hiver)
F1H Segelflugmodelle (A1-Klasse)
F1J Flugmodelle mit Verbrenner (1/2A-Klasse)
F1K Flugmodelle mit CO2-Motoren
F1L Saalflug, EZB Modelle
F1M Saalflugmodelle (Beginner)
F1N Saaalfluggleiter für Handstart
F1P Kleine Flugmodelle mit Verbrenner
F1Q Flugmodelle mit Elektroantrieb
F1R Saalflugmodelle "Micro 35"
F1S Kleine Flugmodelle mit Elektroantrieb

ZUSÄTZLICHE NATIONALE FREIFLUGKLASSEN IM DAEC   
F1A-J Segelflugmodelle (Jugendklasse)
F1A-Std Segelflugmodelle F1A-Standard
F1D-Ministick Saalflugmodelle (Ministick)
F1H-N Nurflügel-Segelflugmodelle
F1H-J Segelflugklasse (Jugendklasse)
F1H-Uhu Segelflugmodell "Kleiner Uhu"
F1H-Std Segelflugmodelle F1H-Standard
F1M-L Saalflugmodelle Beginner limitiert
F1M-TH30 Saalflugmodelle 30 cm Spannweite
F1Q-J Elektroflugmodelle (Jugendklasse)
F1V Classic-Freiflugmodelle bis 1965

 

Fesselflug ist eine Nische des Modellflugsports, die dennoch durch Vielfalt, Präzision und Nervenkitzel für sich wirbt. Fesselflug ist leinengesteuerter Modellflug. Es handelt sich um motorgetriebene Modellflugzeuge, die je nach Größe des Flugzeuges mit zwei 15m bis 20m langen dünnen Stahldrahtlitzen mit einem U-förmigen Steuergriff verbunden sind, den der Pilot im Kreismittelpunkt in der Hand hält. Durch die "Fesselung" fliegt das Flugzeug auf einer Kreisbahn, der Pilot dreht sich im Mittelpunkt mit.

Das Faszinierende: Der Pilot hat im Gegensatz zu anderen Modellflugarten unmittelbaren Kontakt mit seinem Flugzeug und spürt jeden Steuerausschlag. Gefühl und Reaktionsschnelle sind gefragt.

FESSELFLUG-KLASSEN  
F2A Geschwindigkeitsflug
F2B Kunstflug
F2C Mannschaftsrennen
F2D Fuchsjagd
F4B Naturgetreue Modelle

Unter F3 - Fernlenkflug findet sich das wieder, was hinlänglich unter RC-Modellflug bekannt ist. Mit seinen Unterklassen und verschiedenen Modelltypen eröffnet F3 viele Sportarten im Modellflug.

INTERNATIONALE FERNLENKFLUGKLASSEN  
F3A Motor-Kunstflugmodelle
F3B Segelflugmodelle
F3C Hubschrauberflugmodelle
F3D Pylon-Rennmodelle
F3E Elektro Pylon-Rennmodelle
F3F Hangsegelflugmodelle
F3G Segelflugmodelle mit E-Motor
F3J Thermik-Segelflugmodelle (Zeitflug)
F3K Handstart-Segelflugmodelle
F3N Hubschrauberflugmodelle (Freestyleprogramm)
F3P Indoor-Motorkunstflugmodelle
F3S Jet-Motorkunstflugmodelle

 

ZUSÄTZLICHE NATIONALE KLASSEN IM DAEC   
F3A-B Motorkunstflugmodelle (B-Programm)
F3A-C Motorkunstflugmodelle (Einsteigerprogramm)
F3A-W Motorkunstflugmodelle (Wasserflug)
F3B-E Segelflugmodelle (Flugprogramm Ebene)
F3B-J Thermik-Segelflugmodelle (Jedermann)
F3B-K Kunstflug-Segelflugmodelle
F3C-Sport Hubschrauberflugmodelle (Flugprogramm Sport)
F3RES Thermik-Segelflugmodelle Rudder-Elevator-Spoiler
F3Speed Rekordflüge
F3W FPV-Wings

 

Die FAI/CIAM Scale Klassen stellen eine Art Illusion dar, d.h. ein maßstäbliches Modell eines Flugzeugs zu erstellen und dieses Modell so originalgetreu als möglich vorzufliegen. Dies erfordert sich mit der Historie, den technischen Eigenschaften sowie den fliegerischen Fähigkeiten des Originals zu beschäftigen. Es verlangt ein besonderes handwerkliches Geschick in der Erstellung von technischen Zeichnungen und dem Bau des Modells. Weiterhin werden aber auch die nötigen fliegerischen Fähigkeiten vom Modellbauer abverlangt, um das Modell vorbildgetreu durch alle Flugfiguren zu steuern.

Der gewählte Maßstab und die sich damit ergebende Modellgröße können vom Modellbauer frei gewählt werden und variieren sehr stark. Die wichtigste Regel ist das maximal zulässige Gewicht. Derzeit beträgt diese Gewichtsgrenze 15 kg für funkgesteuerte Modelle.

Der Scale-Wettbewerb besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist die Beurteilung der Qualität der Umrisse oder des Aussehens des Modells im Vergleich zum Flugzeug in voller Größe sowie der Handwerkskunst beim Bau und der Fertigstellung des Modells. Das Modell wird von einer Jury aus drei Punktrichtern geprüft, die Punkte von 0 bis 10 vergeben. Jeder Teilnehmer muss alle Teile des Modells angeben, die er nicht selbst hergestellt hat, und die Punktrichter passen ihre Punktzahl entsprechend an.

Der zweite Teil des Wettbewerbs ist natürlich das Fliegen des Modells. Der Flug erfolgt in drei Runden. Die Modelle werden mit Hilfe moderner, überwiegend digitaler, Fernsteuerungen kontrolliert. Die Modelle verfügen über dieselbe Steuerung und Manövrierfähigkeit wie ihre großen Vorbilder.

Das Flugprogramm besteht aus 10 Flugfiguren. Zusätzlich zu einigen Pflichtfiguren wählt der Pilot Flugfiguren aus, die auch vom Original geflogen wurden und zu dem Flugzeugmuster passen. Ziel ist es, das Modell so vorbildgetreu als möglich zu fliegen. Wenn für den Betrachter nicht mehr erkennbar ist, ob es sich um ein Modell oder ein Original handelt, hat der Pilot alles perfekt gemacht.

Die endgültige Platzierung im Wettbewerb wird durch eine Kombination der Baubewertungspunkte und der Flugbewertungspunkte bestimmt, d.h. die Summe der Baupunkte und des Durchschnitts der beiden besten Flugrunden wird addiert, um die endgültige Punktzahl zu erzielen.

Scaleklassen und Ergebnisse

INTERNATIONALE SCALEKLASSE  
F4B Naturgetreue Fesselflugmodelle
F4C Fernlenk-Scalemodelle
F4H StandOff-Scalemodelle

 

ZUSÄTZLICHE NATIONALE KLASSEN IM DAEC   
F4G Large Scalemodelle
F4J Team-Scalemodelle
F4H-W Wasserflug-Scalemodelle
F4-Einsteiger Einsteigerklasse
F4-Schaumwaffel Vorbildgetreue Schaumodelle

 

INTERNATIONALE ELEKTROSEGELFLUGKLASSEN  
F5B Motor-Segelflugmodelle
F5D Elektro Pylonrennmodelle
F5E Solar-Flugmodelle
F5F Sechs-Zeilen-Klasse
F5J Elektro-Thermiksegelfllug (Dauer)

ZUSÄTZLICHE ELEKTROSEGELFLUGKLASSEN IM DAEC   
F5B-J Einstiegsklasse für Elektroflug (Jedermann)
F5F-900 Sechs-Zellen-Einsteigerklasse
F5G Elektro Großsegler
F5H Offene Elektroflugmodelle

Unter Aerostaten versteht man alle Luftfahrzeuge, die leichter als Luft sind. In der Regel handelt es sich um ferngelenkte Luftschiffe oder Heißluft- oder Gasballone.

Aerostaten-Klassen

INTERNATIONALE AEROSTATEN-KLASSEN  
F7A Ballone
F7B Luftschiffe

Die jüngste und aufstrebendste Wettbewerbsklasse im Modellflug ist zur Zeit der Drohnensport. Neben dem mittlerweile bis in die Medien bekannte FPV-Racing F9U gibt es zahlreiche weiter Klassen, die in nächster Zeit weitere Entwicklungen erleben werden.

INTERNATIONALE DROHNENSPORTKLASSEN  
F9U FPV Multirotor-Drone-Racing

ZUSÄTZLICHE ELEKTROSEGELFLUGKLASSEN IM DAEC   
F9U-J FPV Multirotor-Drone-Racing (Jugend)
F9U-D RC-Multirotor Droneball
F9U-TR Drone-Teamrace

Ein Raketenmodell ist ein zwischen 10 und 1500 Gramm schweres Flugmodell, das, angetrieben von industriell hergestellten Raketenmotoren (Feststofftreibsätze), senkrecht in Höhen von 50 bis 1000 Meter aufsteigt. Beim Start können dabei Geschwindigkeiten bis 600 km/h erreicht werden. Am Gipfelpunkt stößt das Triebwerk ein im Inneren der Rakete untergebrachtes Rückkehrsystem aus, an dem das Modell sicher und wieder verwendbar zum Boden zurückkehrt.

Raketenmodellflugsport in Deutschland

Bereits im Jahr 1912 nahm Carl Neubronner mit einem Raketengleiter an einem Flugmodellwettbewerb teil. Es sollte aber noch über 50 Jahre dauern, bis sich der Raketenmodellsport durchsetzte und 1972 die erste Weltmeisterschaft stattfand. Bis heute gehören Raketenmodelle zu den weniger bekannten Flugmodellen. Die Betätigungsmöglichkeiten im heutigen Raketenmodellsport reichen vom einfachsten Bausatz-Modell über schlanke Sportmodelle und vorbildgetreue Raketen bis zu ferngesteuerten Gleitern.

Raketen mit "kleinen" Treibsätzen dürfen in Deutschland von Erwachsenen gestartet werden. Der Modellsportfachhandel bietet dafür Raketenmodell-Bausätze und geeignete Triebwerke an. Voraussetzungen sind eine Modellflugversicherung, die Genehmigung des Eigentümers des Startgeländes und die Beachtung angegebener Sicherheitshinweise. In vielen Regionen gibt es Vereine des DAeC, die den Bau und Start einfacher Raketen als Attraktion für Kinder und Jugendliche anbieten. Außer Wettkampfraketen werden hierbei natürlich auch einfache „Showraketen“ gebaut.

Sie können sich auch bei den Wettbewerben des DAeC über den Raketenmodellsport informieren. Hier ein Hinweis zu rechtlichen Fragen: Raketenmodelle starten – rechtliche und praktische Hinweise (Stand: Dez. 2016). Weitere Fragen beantwortet: Ingo Friedel, Vorsitzender des Sportausschusses Raketenmodelle.

Raketenmodellflugsportklassen

INTERNATIONALE RAKETENMODELLFLUGSPORTKLASSEN  
S1 Höhenflugmodelle
S2 Lastmodelle
S3 Fallschirm-Flugdauermodelle
S4 Schubgleiter-Flugdauermodelle
S5 Vorbildgetreue Höhenflugmodelle
S6 Flatterband-Flugdauermodelle
S7 Vorbildgetreue Modelle
S8 Funkferngesteuerte Raketengleiter
S9 Rotor-Flugdauermodelle
S10 Flexwing-Flugdauermodelle
S11/P Raketenflugzeugmodelle und Raumfahrzeuge
S12/P Flugdauer-Dreikampf-Wettbewerb

Alle Klassen (außer S7 und S11) sind darüber hinaus noch nach dem Impuls des Treibsatzes, also der "Stärke des Antriebs", in Unterklassen eingeteilt:

UNTERKLASSEN STÄRKE DES ANTRIEBS (in Newtonsekunden)
A von 0 bis 0,25 Ns
B von 2,5 bis 5 Ns
C von 5 bis 10 Ns
D von 10 bis 20 Ns
E von 20 bis 40 Ns
F von 40 bis 80 Ns

Wettbewerbe mit Raketenmodellen

In 8 der 12 Klassen werden mit Raketenmodellen Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Weltcup-Wettbewerbe sowie Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Der Wettkämpfer hat dabei die Möglichkeit, mit 1 oder 2 Raketenmodellen 3 Starts durchzuführen. Daran ist der sportliche Anteil erkennbar: Der Wettkämpfer muss sein Raketenmodell, welches zum Beispiel am Fallschirm bis zu 3 Kilometer weit vom Wind weggetragen wird, in der begrenzten Durchgangszeit zurückholen.

Wettbewerbe Modellflug

1. Teilwettbewerb der Deutschen Meisterschaften in den Klassen F3C/N beim MSV Condor Göttingen e.V.

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Der 2. Teilwettbewerb der Deutschen Meisterschaften in den Klassen F3C/N(-Sport) findet beim MFC Egglkofen e.V. statt.

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Der 3. Teilwettbewerb der Deutschen Meisterschaften in den Klassen F3C/N(-Sport) findet bei der “Flugmodellsportverein Kleinenbroich e.V.” statt.

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