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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Speed-Skydiving - Gold für Lucia Lippold

Bei den Europameisterschaften im Speed-Skydiving im südenglischen Dunkeswell holte sich Lucia Lippold die Goldmedaille in der Damenwertung. In der Teamwertung kamen die deutschen Herren auf Platz 1. Lucia Lippold, Matthias Lippold, Marco Hepp und Ralph Schusser berichten von dem Wettbewerb.

Foto: British Parachute Association, Mitte: Lucia Lippold

"Vom 12. – 15. August 2019 fand im südenglischen Dunkeswell die 3. Europameisterschaft und gleichzeitig der 4. FAI World Cup im Speed Skydiving statt, an dem die starke, deutsche Delegation mit Lucia Lippold (28, aus München), Marco Hepp (33, aus Günzburg), Matthias Kraft (42, aus Bellingen) und Moritz Friess (48, aus Neu-Ulm) teilnahm.

Als erstes First-Category-Event mit dem seit März 2019 gültigem Regelwerk, unter welchem jetzt die Freifallgeschwindigkeit nicht mehr mit den störungsanfälligen ProTracks (barometrisch), sondern mithilfe von GPS (FlySight) präzise gemessen wird, konnten die 28 Wettkämpfer aus 11 Nationen ihre Leistungen zeigen. Gleichzeitig bot der Wettkampf wieder eine Gelegenheit für neue nationale und internationale Rekorde.

Geleitet von mehreren Schiedsrichtern der FAI wurde der Wettkampf unter fordernden Wetterverhältnissen ausgetragen und bereits nach der sechsten Runde mit einer sehr spannenden Ergebnisliste und äußerst knappen Platzierung beendet. Die extreme Leistungsdichte der Springer wird bei einem Blick auf die Endergebnisse (Durchschnittsgeschwindigkeit aus allen Runden) schnell deutlich:

Weniger als 5km/h lagen zwischen dem erstplatzierten Belgier Luc Maisin (490,58 km/h) und dem zweitplatzierten Russen Dmitry Gmyzin (485,73 km/h). Der Kampf um die weiteren Plätze war noch unweit spannender. Mit nur 0,05km/h Abstand dicht dahinter folgte Max Hurd (485,68 km/h) aus England, der im zweiten Sprung den Europa- und Weltrekord mit 500,17 km/h aufstellte. Moritz Friess (480,47 km/h) landete auf Rang sieben beim World Cup und Rang sechs bei der EM. Direkt hinter ihm, mit 1,95 km/h Abstand, platzierte sich Marco Hepp (478,52 km/h) vom FSC Schwaben.
Matthias Kraft (475,37 km/h) von Skydive Westerwald belegte mit mehreren persönlichen Bestleistungen den 10. Platz, und trug damit maßgeblich zum Gesamterfolg bei.

Wohlverdient holten sich die drei deutschen Herren die Goldmedaille in der erstmals ausgetragenen Teamwertung vor Russland und Österreich. Bei den Damen war es ähnlich knapp. 398,83 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit reichten gerade noch aus, Lucia Lippold den Europameistertitel anzuerkennen. Die Italienerin Mascia Ferri musste sich mit 398,02 Lucia Lippold geschlagen geben und nahm den zweiten Platz in der World Cup- und der Europameisterwertung ein. Den Weltrekord konnte ihr aber keiner mehr streitig machen. Die Italienerin flog in einem Sprung mit 418,25 km/h Damen Welt- und Europarekord. Lucia Lippold kratzte mit 417,68 km/h beinah daran und konnte den deutschen Damenrekord damit verbessern. Auch die weiteren Plätze waren teilweise hart umkämpft.

Stolz und Zufrieden blicken die deutschen auf die vergangene Meisterschaft, zumal der Wettkampf auch dazu genutzt wurde, ein Competitor’s Meeting abzuhalten, in dem Erfahrungen, Lob und Kritik an und mit der neuen Messtechnik und den neuen Wettkampfregeln ausgetauscht wurde. Angesichts der extremen Winde und der häufig eingeschränkten Bodensicht lieferten der Veranstalter Michael Lovemore und sein Team eine vorbildliche und verantwortungsvolle Arbeit und führten den Wettkampf unter sicheren und fairen Bedingungen durch.

Nach einer würdigen Abschlusszeremonie, bei der die FAI-Flagge, für die Mondial in 2020 in Tannay an die russische Delegation übergeben wurde, traten alle deutschen Speedskydiver am folgenden Tag mit je zwei hochverdienten Goldmedaillen im Gepäck die Heimreise an."