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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Risiko Windkraftanlagen in Flugplatznähe eindämmen

Nordrhein-Westfalen möchte den Ausbau der Windkraftenergie in Zukunft stärker reglementieren. Während ein wünschenswerter Mindestabstand von Windkraftanlagen von 1,5 Kilometern zu reinen Wohngebieten im neuen Landesentwicklungsplan festgehalten wurde, fehlt eine solche Richtlinie für Anlagen in Flugplatznähe allerdings völlig. Deshalb befürchtet der Deutsche Aero Club (DAeC), Spitzenverband des Luftsports und der Allgemeinen Luftfahrt, dass das Gefahrenpotenzial für Piloten weiter anwächst.

Foto: Johann Schreiner

„Wir begrüßen den Ausbau für die Nutzung erneuerbarer Energien sehr. Es ist allerdings auch kein Geheimnis, dass Windkraftanlagen in Flugplatznähe eine Gefährdung für Mensch und Maschine darstellen“, kommentiert Stefan Klett, Präsident des Deutschen Aero Clubs (DAeC), die politische Entwicklung.

Mit der Erforschung solcher Gefahrenpotenziale ist die Arbeitsgruppe Windkraftanlagen betraut. DAeC-Vizepräsident René Heise leitet den gemeinsamen Expertenkreis aus Vertretern des Spitzenverbandes, der Interessensgemeinschaft der regionalen Flugplätze (IDRF) und Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA). „Durch wachsende Anlagenhöhen von künftig bis über 300 Meter, eine steigende Anzahl und die stetige dynamische Ausbreitung von Windkraftenergieanlagen entstehen zunehmend Sicherheitsrisiken an den Flugplätzen der Allgemeinen Luftfahrt und im Luftsport“, sind sich die Experten einig.

Allgemeine Luftfahrt und Luftsport sind der größte Luftraumnutzer bundesweit mit vier Millionen Flugbewegungen pro Jahr. „Kleine Flugplätze des Luftsports werden zunehmend regelrecht umzingelt und können auf Grund begrenzter finanzieller Mittel die rechtliche Sicherung nicht wahrnehmen. Diese Entwicklung beeinträchtigt zunehmend die Flugsicherheit in Deutschland. Leider weicht die Bundesregierung bis heute einer sachgerechten Diskussion der offenen Fragen aus“, so die AG Windkraftanlagen weiter.

DAeC-Präsident Stefan Klett verspricht: „Der Landesverband NRW setzt sich seit Langem vehement für die Einführung von Mindestabständen in Flugplatznähe ein. Und genau diese Diskussion werden wir auf Bundesebene weiterführen.“ Eine Prüfung der Anpassung der Regelwerke und eine Terminierung eines Arbeitstreffens im BMVI wurden deshalb bereits durch die AG Windkraftanlagen vorgeschlagen.

Dem DAeC liegt das Thema Klimaschutz naturgemäß nah am Herzen. Erst im Frühjahr 2018 wurde die Bundesgeschäftsstelle in Braunschweig mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet. Sie versorgt Gebäude und Mitarbeiter nachhaltig mit Strom. Außerdem stellen Flugplätze wichtige Orte zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland dar. Auch befinden sich Flugzeuge mit umweltschonenden E-Motoren deutlich im Aufwind. „Ohne gesunde Natur kein Luftsport“, weiß Klett.