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07.02.2018 Allgemein, Luftraum & Flugbetrieb

Vogelschutz: Freiwillig gewinnt

Tiefe Flüge über störsensible Gebiete können Vögel nachhaltig schädigen. Aktuell werden wieder Stimmen der Naturschützer laut, die besondere Bestimmungen zum Schutz der Tiere fordern. Dabei gibt es bereits ein gutes, bewährtes Instrument.

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der DFS,
nicht zu navigatorischen Zwecken geeignet.

In den Luftfahrerkarten sind die relevanten Vogelvorkommen, die ABAs (Aircraft relevant Bird Areas) flächig eingetragen. Wichtig ist, dass Piloten das gute Argument in den Diskussionen einsetzen und sich an die freiwilligen Regeln halten.

Mit den ABAs sind keine rechtlichen Vorgaben oder Einschränkungen verknüpft. Vielmehr sollen die Markierungen und Hinweise den Piloten ermöglichen, Risiken leichter zu erkennen und Störungen zu vermeiden. Alle Empfehlungen sind freiwillig. Untersuchungen haben ergeben, dass in 600 Meter über Grund die ABAs in der Regel gefahrlos für Mensch und Tier überflogen werden können.

Die Kennzeichnung der relevanten Gebiete zeigt dem Piloten die genaue Ausdehnung des Bereichs und gibt Aufschluss, wann mit dem besonderen Vogelaufkommen zu rechnen ist. Einige Gebiete sind ganzjährig betroffen, andere nur während der Brut- oder Zugzeit. Störungen während der Brutzeit können dazu führen, dass die Elterntiere das Nest verlassen und das Gelege dann ungeschützt Feinden ausgeliefert ist oder so auskühlt, dass der Nachwuchs im Ei stirbt. Zugvögel brauchen ungestörte Rastplätze um Nahrungsreserven aufzunehmen. Der Weiterflug kann durch Störungen gefährdet werden.

In den Luftfahrerkarten 2007 wurden zum ersten Mal die ABAs aufgeführt. Der DAeC hatte sich zusammen mit dem BfN für eine freiwillige Lösung stark gemacht. Ziel war, dass in Deutschland keine Sperr- und Begrenzungsgebiete zum Vogelschutz eingerichtet werden, wie es in vielen europäischen Nachbarländern bereits der Fall ist.

Das Motto „verstehen statt verbieten“ hat sich bewährt. In der langjährigen guten Zusammenarbeit hat sich gezeigt, dass die Aufklärungsarbeit über die Vermeidung von Störungen durch Luftsportler effektiver und nachhaltiger ist als Verbote.