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03.11.2017 Segel- & Motorsegelflug, Allgemein

Segelflug: Mitgliederversammlung 2017

Das Sportjahr war erfolgreich, der Haushalt ist ausgeglichen - und es gibt einen neuen Beauftragten für den Segelkunstflug: Was für den deutschen Segelflugsport wichtig war, ist und wird, kam bei der Mitgliederversammlung der Bundeskommission Segelflug zur Sprache. Das Gremium tagte am 3. November in Hagen.

Hermann Kleber verkündet, dass er sein Amt als Beauftragter für den Segelkunstflug niederlegt.

Walter Eisele, Vorsitzender der Bundeskommission Segelflug, stellte zu Beginn die großen sportlichen Leistungen des Jahres heraus: Julian Klemm siegte bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der Clubklasse, in der Teamwertung holte Deutschland den ersten Platz. Sabrina Vogt verteidigte bei den Weltmeisterschaften der Frauen in der Clubklasse erfolgreich ihren Titel, Katrin Senne flog in der 18-Meter-Klasse auf den ersten Platz, Eugen Schaal sicherte sich bei den World Games Bronze im Segelkunstflug; und bei den Segelflug-Europameisterschaften in der 15- und 18-Meter-Klasse sowie der Offenen Klasse holten Michael Sommer, Freddy Hein und das Team den Titel. Die Segelkunstflugweltmeisterschaften beendete Deutschland als Vizeweltmeister - womit nur einige Beispiele genannt sind. Insgesamt siebenmal Gold, sechsmal Silber und viermal Bronze brachten die deutschen Sportler in den Einzel- und Mannschaftswertungen nach Hause.

Dass es gelungen ist, die WM für 2020 nach Stendal zu holen, sei ein weiteres Highlight, so Eisele. “Die Fußstapfen sind sehr, sehr groß. Die deutschen Organisatoren haben bereits bewiesen, dass sie in der Lage sind, solche Großereignisse zu stemmen.” Eisele erklärte zudem, die Bundeskommission wolle künftig ihr Augenmerk vermehrt auf den Breitensport legen, ohne den Spitzensport zu vernachlässigen. Für die Luftsportjugend gab es ein großes Lob: “Ihr macht eine enorm wichtige Arbeit und habt in diesem Jahr viel geleistet”, so Eisele.

Der Buko-Vorsitzende betonte immer wieder, wie wichtig es sei, den Luftraum zugänglich zu halten. Hierfür müssten die Vereine, Landesverbände und der Dachverband geschlossen handeln - unabhängig von der Luftsportart. "Wir müssen als DAeC auftreten, der die Interessen aller vertritt. Nur gemeinsam sind wird stark." Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang: adäquate Lösungen, die den Drohnenboom abfangen. Bald werde es in jedem zweiten Haushalt eine Hobbydrohne geben, erklärte Eisele. Es sei wichtig, darauf angemessen zu reagieren, um den Luftraum auch künftig frei nutzen zu können. Der stellvertretende Buko-Vorsitzende Martin Kader ergänzte hierzu, bei der FAI -Drohnenkonferenz in Lausanne habe es Konsens darüber gegeben, dass Drohnen künftig dem bemannten Luftverkehr ausweichen müssen - und nicht andersherum. Die große Nachfrage aus dem Hobbybereich könne auch als Chance für den Segelflug verstanden werden. “Wir haben hier eine Möglichkeit, junge Menschen an den Luftsport heranzuführen.”

Thomas Kuhn, stellvertretender Vorsitzender der Bundeskommission Segelflug, stellte die Veränderungen in der Segelflugsport-Wettbewerbs-Ordnung (SWO) vor. Diese wurde unter anderem gekürzt, vereinfacht und IGC-konform umgestaltet.

Hermann Kleber legte sein Amt als Segelkunstflug-Beauftragter nieder, sein Nachfolger wird Philipp Hilker. Eisele dankte Kleber für 30 Jahre intensives Engagement für den Luftsport. Zu Klebers Aufgaben gehörten in den vergangenen sechs Jahren unter anderem die Gestaltung und Weiterentwicklung des internationalen Regelwerks für den Segelkunstflug und die Abstimmung zu Fragen des Segelkunstfluges in der CIVA. Erst Anfang des Jahres war Kleber, der neun Jahre lang als DAeC-Vizepräsident gewirkt und für seine politische Arbeit das Verdienstkreuz am Bande erhalten hat, zum neuen Ehrenmitglied des DAeC ernannt worden. Kleber sagte bei seinem Abschied: “Wenn ich gekämpft habe, dann immer für den Segelkunstflug. Es war eine sehr schöne Zeit, die ich nicht missen möchte.”

Zur Abstimmung wurde unter anderem der Austausch eines von zwei DAeC-Förderflugzeugen gestellt. Der seit 2008 verwendete Discus 2cT mit 15 und 18 Metern Spannweite soll durch einen Ventus 3T ersetzt werden. Das Geld dafür kommt aus dem Verkauf des Discus und aus Rücklagen der Bundeskommission. Mit dem aktuellen Segelflugzeug hatten zuletzt Robert Schymala und Lukas Winterhoff an Trainings und Wettbewerben teilgenommen.

Nachdem die Mitgliederversammlung den Vorstand für das ausgeglichene Haushaltsjahr 2016 entlastet hatte, beschloss sie den Haushalt für das kommende Jahr. Die angepasste Geschäftsordnung wurde ebenfalls verabschiedet. Die Mitgliederversammlung stimmte außerdem einem Antrag des Aeroclubs NRW zur Einführung einer Präambel in die Segelflugsport-Wettbewerbsordnung zu.

Der Segelfliegertag 2017 beginnt am Samstag, 4. November, um 10 Uhr. Für 2018 wurde Koblenz als Veranstaltungsort ausgewählt: Dort sollen die Mitgliederversammlung und der Segelfliegertag am 2. und 3. November ausgerichtet werden.