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< JWGC: Gute Perspektive für deutsche Piloten
13.08.2017 Segel- & Motorsegelflug, Allgemein, Presse

Segelflug-Junioren holen Titel (aktualisiert)

Julian Klemm hat es geschafft: Am Samstag, 12. August, holte er sich bei den "10th FAI Junior World Gliding Championships" (JWGC) im litauischen Pociūnai den Titel in der Clubklasse. Das deutsche Team schloss ebenfalls auf Platz eins ab.

Sie sind in der Clubklasse auf das Podest geflogen: Paul Altrichter (Österreich), Julian Klemm und Stefan Langer.

"Die Taktik ist vor allem in der Clubklasse voll aufgegangen, und am Ende hatten wir auch das nötige Glück, dass der Österreicher Paul Altrichter Nerven gezeigt hat", sagt Team-Captain Karsten Leucker. Klemm ist von dem Erfolg überwältigt - war er doch mit dem Ziel angetreten, irgendwo in den Top Ten zu landen. Mit seinen Teamkollegen sei er "ganz entspannt" in den Wettbewerb gestartet. "Wir wollten erst einmal kein Risiko eingehen und nur mitschwimmen." Es blieb nicht dabei, Klemm lieferte souverän ab: An den ersten drei Wertungstagen hielt er Platz zwei in der Gesamtwertung, an den folgenden beiden Tagen Platz eins. Am vorletzten Wertungstag musste er den Flug vorzeitig mit einer Außenlandung beenden und Platz eins an den Österreicher Paul Altrichter abgeben. Im Finale holte sich der 23-Jährige die Führung trotz schwieriger Wetter-Bedingungen zurück. "Es gab ein ganz kleines Wetterfenster; ich bin mit wenig Risiko geflogen, um durchzukommen." Während viele andere Sportler – so auch Altrichter – außenlanden mussten, schaffte es Klemm mit einer konstant hohen Geschwindigkeit bis ins Ziel. "Paul Altrichter ist insgesamt aber sehr gut geflogen und hätte es ebenfalls verdient gehabt, Weltmeister zu werden."

In der Teamwertung holten die deutschen Piloten den Titel. Mit 887,29 Punkten lagen sie am Ende mehr als 70 Punkte vor Polen. Das Vereinigte Königreich erreichte Bronze (814,25 Punkte).

Eine beachtliche Leistung erbrachte auch Stefan Langer, der sich am vorletzten Wertungstag vom fünften auf den dritten Platz vorarbeiten konnte und diesen bis zum Schluss hielt. Robin Diesterweg landete auf Rang sieben von 38. Auch in der Standardklasse schafften es alle deutschen Piloten unter die Top Ten: Enrique Levin landete auf Platz vier, Kilian Biechele auf Rang sechs, Björn Gintzel schloss auf dem achten von insgesamt 32 Plätzen ab.

Leuckers Fazit fällt entsprechend positiv aus: "Wir hatten eine fantastische Stimmung im Team, und das Ergebnis spiegelt das ganz gut wieder. Viel besser hätte es kaum laufen können."

Allein das Wetter war alles andere als ideal. Gerade einmal acht von 14 Wettkampftagen ließen wertbare Flüge zu. "Der starke Wind hat dafür gesorgt, dass die Endanflüge oft sehr schwierig waren. So blieb es immer bis zum Abend spannend", sagt Leucker. Das Wetter sei sehr inhomogen gewesen, sagt denn auch Stefan Langer. Aber: "Durch den Teamflug konnten wir das sehr gut bewältigen."

Wie sehr das Wetter den Wettbewerbsalltag beeinflusste, wird auch in einem Eintrag aus dem JWGC-Blog deutlich: "Alle sind zurück und im Hänger, die Ergebnisse sind super und es hagelt und regnet, was runtergeht, im Camp stehen schon zwei Zentimeter Wasser. Aber wir sind WELTMEISTER!!!! [...] Was für ein geiler Tag (wenn mein Zelt stehen bleibt)."