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31.05.2017 Allgemein

Multicopter: Chancen und Risiken für den Luftsport

Am 19. Mai 2017 trafen sich die Vorstände der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) und des Deutschen Aero Club (DAeC) in Frankfurt. Das wichtigste Thema: Was bedeutet die rasante Entwicklung der unbemannten Luftfahrtsysteme, umgangssprachlich Drohnen, für den Luftsport? Neue Wettbewerbsformen, neues Mitgliederpotenzial und großes öffentliches Interesse sind die positiven Aspekte der spektakulären Flugobjekte. Dagegen stehen die Konkurrenz bei der Luftraumnutzung und die Probleme der Zuverlässigkeit und Sicherheit. Vor allem die kommerzielle Nutzung der neuen Technik könnte den traditionellen Luftsport existentiell gefährden. Wirtschaftsstarke Unternehmen arbeiten schon mit Hochdruck an neuen Entwicklungen für den Warentransport und andere gewinnorientierte Nutzung der unbemannten Flugzeuge. Werden diese Pläne umgesetzt, könnte der Zugang für Luftsportler empfindlich beschränkt werden.

Starke Partner (v. li.): Frits Brink ( FAI -Präsident), Dr. Michael Vesper (Vorstandsvorsitzender des DOSB) und Wolfgang Müther (DAeC-Präsident)

Gemeinsam wollen der internationale Dachverband FAI und der DAeC, der die Interessen seiner mehr als 100.000 Mitglieder vertritt, bei den politisch Verantwortlichen vorstellig werden.

Unterstützung erhalten sie bei ihren Plänen auch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Dr. Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender und Martin Schönwandt, Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend, sagten den Luftsportverbänden bei dem Treffen am Folgetag ihre Hilfe zu. Erste konkrete Schritte wurden vereinbart. Dazu gehört ein gemeinsames Thesenpapier an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ( BMVI ). Auch die Bundesregierung wird an ihre Zusage erinnert, sich für den Sport und damit auch den Luftsport stark zu machen.

Sport gilt der Politik als schützenswertes Gut. Dazu hat sich auch die aktuelle Regierung in ihren Koalitionsvereinbarungen bekannt. Ohne Zugang zum Luftraum gibt es keinen Luftsport. Das Luftverkehrsgesetz legt im ersten Abschnitt fest: „Die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge ist frei …“. Im Kriterienkatalog des BMVI zur Einrichtung von Lufträumen heißt es deshalb auch, dass die Interessen aller Luftraumnutzer bei der Planung abgewogen zu berücksichtigen sind.

Außerdem wird der DOSB das Thema bei seinem Wahlhearing aufnehmen. Dabei werden die politischen Parteien in Deutschland nach Positionen zu brisanten Themen aus dem Sport befragt. Die Ergebnisse des Hearings sind nicht nur Entscheidungshilfen für die Bundestagswahl im Herbst sondern auch Aussagen, an denen sich die Politik der nächsten Regierung messen lassen muss.