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16.11.2016 Allgemein

Experten diskutieren über Drohnen

Rund 400 Fachleute haben am Dienstag, 15. November, an der Technologie-Konferenz der Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen teilgenommen. Experten aus dem In- und Ausland diskutierten über den Umgang mit Drohnen. Auch der DAeC war vor Ort vertreten.

Gut besucht: die Technologie-Konferenz der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Zu den Referenten gehörte TV-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, der über Chancen und Risiken der Drohnennutzung sprach - und als Moderator durch die Veranstaltung führte. Teri Bristol, Chief Operating Officer der US-amerikanischen Flugsicherungsorganisation FAA , berichtete über Regulierungsvorgaben und gesetzliche Regelungen für Drohnen-Piloten in den USA. Über Drohnen in der Paketlieferung referierte Ole Nordhoff von DHL - womit nur einige der Redner benannt sind.

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund 400.000 privat und gewerblich genutzte Drohnen; laut DFS wird sich die Zahl bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich verdreifachen. Bereits jetzt häufen sich Fälle, in denen Drohnen der bemannten Luftfahrt gefährlich nahe kommen. Allein von Januar bis Oktober 2016 wurden 61 Vorfälle registriert – fünfmal so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Die DFS fordert deshalb einen "Drohnenführerschein für alle": Ab einem Startgewicht von 250 Gramm sollen Drohnensteuerer künftig einen Sachkundenachweis erbringen – bislang gilt dies nur für gewerbliche Nutzer und ab einem Startgewicht von fünf Kilogramm. Die Anforderungen sollen nach Einsatzzweck und dem damit verbundenen Risiko gestaffelt sein. Die DFS setzt sich zudem dafür ein, die Gültigkeit des Führerscheins zeitlich zu beschränken.

Eine zweite Forderung: Alle Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm sollen in einem zentralen Verzeichnis registriert werden – analog zur Luftfahrzeugrolle, in der alle zivilen Flugzeuge und deren Eigentümer eingetragen werden. Die Neufassung der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung, die derzeit in Arbeit ist, sieht bislang nur eine Kennzeichnungspflicht von Drohnen vor. Die DFS stellte auf der Konferenz den Prototyp einer Registrierungsdatenbank vor.

"Wir als DFS müssen wissen, wer am Himmel unterwegs ist", sagte Prof. Scheurle. "Wenn wir unbemannte Luftfahrtsysteme sicher in den Luftverkehr integrieren wollen, ist eine Registrierung unabdingbar."