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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Gemeinsam für einen freien und sicheren Luftraum

Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur und der Deutsche Aero Club intensivieren den gegenseitigen Austausch, um die Sicherheit für alle Luftraum-Teilnehmer zu fördern und den freien Zugang weiterhin für alle zu sichern. DAeC-Präsident Stefan Klett und Habbo Brune, Vorsitzender des Bundesausschusses Unterer Luftraum, reisten heute nach Berlin zum Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Ministerialdirigentin Marina Köster, ständige Vertreterin des Leiters der Abteilung Luftfahrt.

Treffen in Berlin zur Förderung der Flugsicherheit und dem Weiterbestehen des frei zugänglichen Luftraums: (von rechts) Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, DAeC-Präsident Stefan Klett und Habbo Brune, Vorsitzender des Bundesausschusses Unterer Luftraum. Foto: DAeC

„Der freie und sichere Zugang zum Luftraum ist ein hohes (Rechts-) Gut. Im immer stärker genutzten deutschen Luftraum muss eine Vielzahl von Nutzern unter einen Hut gebracht werden. Nicht nur die Verkehrszahlen der kommerziellen und nicht-kommerziellen Luftfahrt werden nach der Corona-Zeit wohl wieder ihren positiven Trend fortsetzen, mit der unbemannten Luftfahrt meldet sich auch ein neuer Player im Himmel über uns“, erklärt Klett.

Dabei hat der Verband die aktuellen Entwicklungen stets im Blick. Ein besonderes Ausgenmerk liegt dabei auf der Kollisionsvermeidung im Flug. Ein Mittel, um Kollisionen in der Luft zu vermeiden, stellt der Automatic Dependent Surveillance Broadcast (ADS-B) dar. „Eine Kommunikation unter allen Luftfahrzeugen ist essentiell. Dabei dürfen die Standards und Verpflichtungen für die Großluftfahrt aber nicht pauschal auf die Allgemeine Luftfahrt übertragen werden. ADS-B ist ein weit entwickelter offener Standard, der hohe Akzeptanz bei allen Nutzergruppen genießt und der Allgemeinen Luftfahrt nach der ungeliebten Mode-S Verpflichtung einen echten Benefit bringen kann“, erläutert Brune.

Damit der freie und sichere Zugang zum Luftraum auch unter diesem Vorzeichen weiterhin bestehen bleibt, wollen der DAeC und die FH Aachen – Fachbereich Luft- & Raumfahrt – in einem gemeinsamen Projekt die Möglichkeiten eines interoperablen Kollisionswarnsystems untersuchen und demonstrieren. Dabei soll der Luftraumnutzer „Drohne“ berücksichtigt werden.

Handlungsbedarf besteht nicht zuletzt aufgrund des U-Space, eines Regelwerks Luftraums, das eigens Lufträume für kommerziell genutzte Drohnen vorsieht. „Bemannte und unbemannte Luftfahrt müssen sich gemeinsam um eine faire Integration in den Luftraum einsetzen“, so Brune.

Auch die Verbesserung der strukturellen Zusammenarbeit zwischen Luftfahrtorganisationen und dem BMVI war bei dem Gespräch ein wichtiges Thema. „Wir verstehen alle Luftraumnutzer als Solidargemeinschaft, die in ihren Verbänden und Unternehmen eine hochqualitative Arbeit leisten, die uns den Zugang zum Luftraum überhaupt erst ermöglicht. Neue Ideen und Synergien dürfen nicht in einer Wolke aus Einzelkämpfern verloren gehen. Nur so sind wir in Deutschland der Garant und Taktgeber für eine freie und sichere Luftfahrt“, ergänzt Klett.

Ebenfalls auf der Agenda des Gesprächs standen die Standardisierten Regeln für Flugmodelle, die Betriebsregeln für den Modellflug im Rahmen der EU DVO 2019/947 insgesamt abbilden sollen. Die Regeln ergänzen die passive durch aktive Sicherheit und schaffen ein praxisnahen Standard insbesondere für in Vereinen und Verbänden organisierte Modellflieger. Der DAeC hat bereits einen Entwurf für die Standardisierten Regeln beim BMVI eingereicht und erste positive Signale erhalten.

Der Bundesverkehrsminister erneuerte sein Lob an den DAeC als bundesweite Interessenvertretung des Luftsports und sicherte dem Verband im gleichen Zug die Einbindung in weitere Entwicklungen rund um relevante Themenbereiche wie Luftraum und Flugsicherheit zu - konstruktive Kritik inklusive. Die Ministerialdirigentin stimmte dem zu und sprach eine Einladung aus, um die Details auf der Arbeitsebene zu besprechen.

„Wir als Luftsportverband fühlen uns bestärkt und angenommen durch die zugesagte Partizipation und den mittlerweile regelmäßigen Austausch mit Herrn Minister Scheuer persönlich“, ergänzt Klett.