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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

"Freier Luftraum, herrliche Landschaften und Kulturgüter"

Der Dr. Martin-Luther-Flug fordert den Teilnehmern fliegerisches Können ab und bietet allen Piloten gleichzeitig reiche Eindrücke vom Herzen Sachsen-Anhalts. Im September fand die zweite Ausgabe des Wettbewerbs statt. Wir sprachen mit Dr. Klaus Schwabe, dem federführende Initiator für das Program und die Veranstaltungsorganisation und Mitorganisator Hans-Georg Landes. Beide gehören dem Fliegerclub "Hugo Junkers" Dessau an.

Die Organisatoren des "Dr. Martin-Luther-Fluges" beim Fotoflug für die Zielfotos. Pilot Dr. Klaus Schwabe und sein Begleiter/Fotograf Hans-Georg Landes. Foto: Hans-Georg Landes

Der Flugplatz Dessau. Foto: Hans-Georg Landes

Ein Blick auf einen Teil des Teilnehmerfeldes beim diesjährigen Dr. Martin-Luther-Flug. Foto: Hans-Georg Landes

Wann und wie ist die Idee zum Dr. Martin-Luther-Flug entstanden?

Die Idee zu einem Motorflugwettbewerb in der Mitte Sachsen-Anhalt speist sich aus 2 Quellen: Die Zerbster und Wittenberger Flieger veranstalteten seit den 90ger Jahren ihren „Luther-Flug“, Austragungsort war der Flugplatz Zerbst.

Ich selbst (Dr. Klaus Schwabe) bin seit 2014 Vizepräsident des Luftsportverbandes Sachsen-Anhalt und sehe meine Aufgabe u.a. darin, den LSVST durch Veranstaltungen unter seiner Schirmherrschaft mit Leben zu erfüllen. So habe ich seit 2015 gemeinsam mit dem Fliegerclub „Hugo Junkers“ Dessau den jährlichen „Junkersflug“ organisiert. Es handelte sich um kleine Flugwettbewerbe mit < 8 teilnehmenden Maschinen.

2017 jährte sich der Thesenanschlag Martin Luthers zum 500. Mal. Aus die sem Anlass fragten uns die Fliegerkameraden aus Zerbst und Wittenberg, ob wir die Wettbewerbe nicht unter dem Namen „Dr.-Martin-Luther-Flug“ zusammenlegen wollten.

Der erste gemeinsame „Dr. Martin-Luther-Flug“ in Zerbst war ein großer Erfolg. Nachdem der Wettbewerb 2018 wegen schlechten Wetters abgesagt werden musste, hatte die Austragung 2019, dieses mal auf dem Verkehrslandeplatz in Dessau, mit 17 teilnehmenden Maschinen großen Zuspruch. 2020 war die Teilnehmerzahl mit 9 Maschinen coronabedingt etwas geringer. Wieder waren die Mannschaften von der Aufgabenstellung und der Organisation sehr angetan.

Wie sind Sie mit dem Zuspruch seitens der Öffentlichkeit und der Teilnehmer zufrieden?

Für die Öffentlichkeit ist der „Dr. Martin-Luther-Flug“ sicherlich nicht so spektakulär wie z.B. eine Kunstflugvorführung oder ein Oldtimer-Treffen.

Die Veranstalter möchten vor allem, dass sich die Teilnehmer an der fliegerischen Aufgabe erfreuen und abends reich an Eindrücken und zufrieden nach Hause fliegen. Die Aufgabenstellung ist immer derart, dass wirklich Kurse und Strecken berechnet werden müssen, und man mit Apps wie Google Earth nicht weiter kommt. Die Strecke ist im Vorfeld abgeflogen worden, und die Zielfotos (Hans-Georg Landes) selbst gemacht. Die zu erkennenden Objekte standen unter einem Motto: 2019 „Martin Luther“ und 2020 „Straße der Romanik“. Durch die Unterstützung des LSVST können an die Gewinner attraktive Preise vergeben werden (Extrapreis für Pilotinnen-Crews und für das Team mit der weitesten Anreise). Der Wettbewerb wird durch ein gemeinsames Grillen abgerundet. In vielen Mails und Telefonaten haben wir erfahren, dass die Teilnehmer mit den letzten Wettbewerben außerordentlich zufrieden gewesen sind. Daran hatte sicher auch das schöne Wetter Mitte September seinen Anteil.

Was würden Sie sich für den nächsten Wettbewerb wünschen?

Das wichtigste ist, dass unfallfrei geflogen wird. Außerdem wünschen sich die Veranstalter natürlich schönes Wetter und ein großes Teilnehmerfeld, besonders willkommen sind Pilotinnen. Es ist den Veranstaltern auch zu wünschen, dass ihnen wieder eine attraktive fliegerische Aufgabe einfällt.

Der „Dr. Martin-Luther-Flug“ findet am 3. Wochenende im September statt. Der nächste Termin ist der 18.09.2021.

Ist es in den neuen Bundesländern schwieriger, eine solche Veranstaltung zu etablieren?

Es ist sicher so, dass es in den neuen Bundesländern auf Grund der geringeren Durchschnittseinkommen und der geringen Bevölkerungsdichte weniger Motorflieger gibt, als in den alten Bundesländern. Teilnehmerzahlen von 10 + X Mannschaften müssen als Erfolg gelten. Die veranstaltenden Clubs haben ca. 20 aktive Mitglieder und somit eine wesentlich dünnere Personaldecke, als Veranstalter in Westdeutschland. Andererseits sind die Ostdeutschen oft vom Wetter begünstigt, haben einen relativ freien Luftraum, herrliche Landschaften und Kulturgüter, die überflogen werden. Ich denke, die Organisation einer flugsportlichen Veranstaltung ist in Ost und West gleich aufwändig, alles hängt von der Motivation und vom Engagement der Veranstalter ab.