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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Flugbetrieb: Zukunftssicherung für Segelfluggelände

Der Flugbetrieb auf Segelfluggeländen soll auch in Zukunft sichergestellt sein. Die überarbeitete Richtlinie für die Genehmigung der Anlage und des Betriebs legt das fest. Im konstruktiven Austausch haben sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), einige Landesluftfahrtbehörden und der DAeC auf eine Neufassung der Richtlinie verständigt.

Segelflieger im F-Schlepp. Foto: Katja Soikkeli

Segelfluggelände: Noch gültige Richtlinie von 1969

Die noch gültige „Richtlinie für die Genehmigung der Anlage und des Betriebs von Segelfluggeländen“ wurde im Jahr 1969 verabschiedet. Damit die Richtlinie auch aktuellen Entwicklungen gerecht werden kann, plante das BMVI eine Neufassung. Um die Wünsche und Auffassungen der Betroffenen berücksichtigen zu können, hatte das BMVI engagierte Landesluftfahrtbehörden, den DAeC und den DSV Mitte Februar ins BMVI eingeladen.

Wichtiger Konsens ist, dass durch die neue Richtlinie der Bestand der Segelfluggelände in Deutschland nicht gefährdet wird.

Diskussion um Motorflüge nicht direkt im Schleppbetrieb

Diskutiert wurde, wie die Motorflüge zu bewerten sind, die nicht direkt dem Schleppbetrieb zuzuordnen sind. Dazu gehören beispielsweise Werkstattflüge, Überführungsflüge, In-Übung-Haltungs-Flüge und Ausbildungsflüge künftiger Schlepppiloten. Hier behalten die Landesluftfahrtbehörden die notwendige Flexibilität. Bei darüberhinausgehendem Flugbetrieb nach § 54 Abs. 2 LuftVZO (beispielsweise Fallschirmsprungbetrieb auf Segelfluggeländen) gelten die Gemeinsamen Grundsätze für Landeplätze im Sichtflugbetrieb entsprechend.

Klargestellt wurde, dass Reisemotorsegler (TMG) nach der Definition in der neuen Sailplane-OPS-Verordnung (VO (EU) 2018/1976) im Oberbegriff „Motorsegler“ enthalten sind. Damit wurde rechtssicher, dass Reisemotorsegler auch aus Behördensicht den Klapptriebwerklern und FES-Segelflugzeugen gleichgestellt werden.

Beim Parallelbetrieb mehrerer Pisten wurde auf die NfL I 92/13 verwiesen. Nur beim gleichzeitigen Parallelbetrieb von Windenstartstrecken muss (wie nach der alten Richtlinie) nach wie vor ein Mittellinien-Abstand von 250 m eingehalten werden.

Die Markierung von Segelfluggeländen bleibt für die Luftfahrtbehörde optional, so dass auch Segelfluggelände ohne Markierung je nach örtlichen Verhältnissen und Größe nach wie vor genehmigt werden können. Erfolgt eine Markierung, gilt die NfL I-92/03.

NfLs können in Zukunft geändert werden

Da die NfLs inhaltlich in Zukunft geändert werden können, verzichtet man auf die Angabe der NfL-Nr. und verweist auf die (auch künftig gleichbleibende) jeweilige Titelbezeichnung der NfL.
Als Option ist auf Anregung der sächsischen Luftfahrtbehörde in dem Richtlinienentwurf die Veröffentlichung einer Platzrunde nicht nur für den Motorflugbetrieb, sondern auch für Segelflugbetrieb ausdrücklich vorgesehen.

Dies ermöglicht einen gewissen Schutz vor dem Bau von Windkraftanlagen, da im Planungsverfahren mit der Platzrunde zum Schutz vor störenden Einflüssen und Gefahren argumentiert werden kann.