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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

EU-Verordnung 2018/1976: EASA stellt Missverständnisse klar

Für Segelflugzeuge und Ballone besteht weiterhin keine allgemeine Transponderpflicht. Diese und andere Missverständnisse im Zusammenhang mit der EU-Verordnung 2018/1976 hat die EASA nun durch Acceptable Means of Compliance (AMC) und Guidance Material (GM) klargestellt.

Nur in TMZ ist ein Transponder Pflicht für Segelfugzeuge und Ballone. Foto: Ralf Keil

Im EASA-Recht bezeichnen AMC akzeptierte Verfahren, deren Einhaltung die Erfüllung eines Verordnungsparagrafen gewährleisten. GM stellt Hinweise bzw. Leitlinien dar. Mit der Decision 2019/001/R hat die EASA jetzt das erwartete AMC/GM Material zur EU-Verordnung 2018/1976 (Teil SAO) veröffentlicht. Mit der genannten Verordnung wurden durch die EASA die für den Flugbetrieb von Segelflugzeugen geltenden Bestimmungen geregelt.

Die EASA nimmt unter anderem zu den Hauptdiskussionspunkten rund um die EU-Verordnung 2018/1976 (Teil SAO) wie folgte Stellung:

  1. Im Paragrafen SAO.IDE.105 (Flug- und Navigationsinstrumente) fordert die EASA das Vorhandensein einer Einrichtung zum Messen der Uhrzeit in Stunden und Minuten. Im zugehörigen AMC stellt die EASA nun klar, dass eine Armbanduhr ausreichend ist, welche diese Funktion erfüllt.
  2. Größere Diskussion gab es um die Auslegung des Paragrafen SAO.IDE.135 (Transponder). Es bestand vor allem Unsicherheit darüber, ob durch diesen Paragrafen eine allgemeine Transponderpflicht für Segelflugzeuge eingeführt wird oder nicht. Das AMC stellt nun klar, dass unter dem Teil SAO operierende Luftfahrzeuge nur dann erforderlich ist: „ wenn in Teilen des Luftraumes operiert wird, für die ein Transponder behördlich vorgeschrieben ist“ (TMZ).
  3. Mit dem Wirksamwerden des Teils SAO gibt es keine generelle Forderung der Ausrüstung von Segelflugzeugen mit einem ELT oder PLB mehr. Das jetzt veröffentlichte AMC spezifiziert diese Aussage, indem Sie ein ELT oder PLB fordert „in Gebieten, in denen Such- und Rettungsmaßnahmen besonders schwierig sind“ oder bei Flügen über Wasser. Diese Aussage, die einmal mehr nicht ganz präzise ist, bezieht sich auf jeden Fall auf Flüge im Gebirge.
  4. Die Halter von Segelflugzeugen und Motorseglern sollten beachten, dass mit dem Wirksamwerden des Teil SAO am 09.07.2019 auch die Regelungen für das Wiegen der Luftfahrzeuge nach diesem Teil wirksam werden. Das heißt zum einen, dass – einmal mehr – die Instandhaltungsprogramme geändert bzw. ergänzt werden müssen. Gegebenenfalls muss der jetzt bestehende Hinweis auf die Wägung nach NCO.POL.105 derart ergänzt werden, dass ab dem 09.07. der Verweis auf SAO.POL.100 gilt. Die Halter sollten jedoch – um Schwierigkeiten zu vermeiden – unbedingt noch einmal die entsprechenden Handbücher wälzen, oder ihren Prüfer befragen! Der Hinweis auf den Teil SAO greift dann nicht, wenn es Hinweise der Hersteller zur Wägung in den Handbüchern oder auf der Grundlage einer TM gibt – dann gelten diese!

Keine allgemeine Transponderpflicht für Ballone

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Transponderpflicht in Segelflugzeugen hat der DAeC bei der EASA nachgefragt, ob diese Regelungen auch für Ballone anwendbar sind, da die Formulierung im Teil BOP (Ballon –OPS) ähnlich ist. Laut EASA schreibe die vorliegende Regelung für Ballone (BOP.BAS.360) – ebenso wie die für  Segelflugzeuge (SAO.IDE.135) – keine allgemeine Transponderpflicht vor. Es sei denn der betreffende Flugraum sei von den zuständigen Behörden als Transponder Mandatory Zone (TMZ) ausgewiesen worden.

Hier die Antwort der EASA im Original: “As regards transponders, the Implementing Rules (BOP.BAS.360 for balloons and SAO.IDE.135 for sailplanes) do not prescribe that all balloons and sailplanes need to be equipped with a transponder. Under BOP.BAS.360 and SAO.IDE.135, the carriage of a secondary surveillance radar (SSR) transponder is only required, when operating in a portion of airspace designated by the competent authority as a transponder mandatory zone in accordance with point (b) of point SERA.6005 of the Annex to Regulation (EU) No 923/2012”