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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

Deutsches Helikopter-Team: Gut gerüstet für die WM in Weißrussland

Die Besatzung Hartmut Hopf/Mario Fuß mit ihrer R44 im Slalom-Parcours (Foto: Deutscher Hubschrauber Club)

Minsk!
Bei den Helikopterflugsportlern konzentriert sich derzeit alles auf dieses Wort. Minsk ist die weißrussische Hauptstadt; vom 23. bis 29. Juli wird sie zum Austragungsort für die "FAI World Helicopter Championships".

Für den Deutschen Hubschrauber Club e.V., organisiert im DAeC, reisen zwei Besatzungen nach Belarus: Martin Eigner/Michael Schauff und Hartmut Hopf/Mario Fuß. Beide Crews fliegen auf dem Helikoptermuster Robinson R44, das übrigens weltweit eines der im Wettbewerbsfliegen bevorzugten Muster ist. Den Stab der engagierten deutschen Schiedsrichter führt Lothar Oehler an, der für das anspruchsvolle Amt des Chief Judge bei der Weltmeisterschaft ausgewählt wurde.

Auf dem Aerodrome Borovaya, 38 km nordöstlich von Minsk gelegen, werden laut jüngsten Informationen des Veranstalters 45 Crews aus 15 Nationen in vier Disziplinen an den Start gehen. Neben der klassischen Navigation mit Suchbox, angelehnt an die Luftrettung und den Such- und Rettungsdienst mit Helikoptern (SAR), steht auch der Präzisionsflug (Schwebeflugübung) an. Außerdem gehören das Fender Rigging (Versenken von Bojen in Tonnen) und der Slalom (Manövrieren eines Wassereimers durch einen Parcours, mit dem präzisen Absetzen des Eimers auf einem Zielkreis, möglichst ohne Wasserverlust) zum WM-Programm. Für die Zuschauer vor Ort sollten Fender Rigging und Slalom besonders attraktiv sein, denn beide Disziplinen werden parallel von jeweils zwei Crews geflogen, so dass auch fliegerisch unbedarfte Zuschauer flugtaktische Unterschiede der einzelnen Teams gut erkennen können.

Favorisiert auf die Medaillenplätze sind eindeutig die Russen und Weißrussen, ihr Trainingsvorsprung ist immens, und besonders das technisch schwierige Fender Rigging haben sie nahezu perfektioniert. Aber auch die ein oder andere westeuropäische Crew könnte sich im vorderen Teilnehmerfeld platzieren. Mit Eigner/Schauff sind sehr erfahrene Teilnehmer dabei, die bei nationalen wie internationalen Meisterschaften immer vorn mitflogen, und jüngst auch eine Weltcup-Challenge in Großbritannien für sich entscheiden konnten. Für Hopf/Fuß ist die Teilnahme in Minsk eine WM-Premiere.

Für das letzte Trainingslager vor der WM – vom 6. bis 8. Juli – war auf dem Regio Airport Mengen ein Areal präpariert worden, auf dem unabhängig vom laufenden Wochenend-Flugbetrieb unter besten Bedingungen geübt werden konnte. Die Besatzungen durften frei trainieren, allerdings wurden auch einige Übungen von den Schiedsrichtern nach den FAI-Rules bewertet. Sie nutzten das Trainingslager in Mengen dazu, sich auf den aktuellen Stand des internationalen Regelwerks zu bringen und topfit für ihre Aufgaben in Minsk zu machen. Neben den beiden Minsk-Crews hatten auch andere Besatzungen die Möglichkeit zum Training genutzt. So wie eine junge Crew aus München, die erst mal nur „reinschnuppern“ wollte, im Verlauf des Trainings dann aber schon Ehrgeiz entwickelte und beim Abschied durchaus „Suchtpotenzial“ erkennen ließ. Es wäre zu wünschen, dass sich mehr junge Crews für den Helikopterflugsport begeistern, denn wie bei vielen Randsportarten fehlt es am Nachwuchs. Helikopterflugsport wird von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Umso erfreulicher ist in diesem Kontext, dass auch der Deutsche BundeswehrVerband das Helikopter-Team Germany bei seiner großen Minsk-Challenge finanziell unterstützt.

Renate Strecker