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Dachverband der deutschen Luftsportverbände Mitglied der Fédération Aéronautique Internationale und des Deutschen Olympischen Sportbundes

 

 

 

 

 

Luftraum- und Flugbetrieb

Zurück in die Vergangenheit

Das Vereinigte Königreich will zurück zu nationalen Regelungen: Am 29. März 2019 will mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union ein Land die Gemeinschaft auf eigenen Wunsch verlassen. Die Trennung nach 44 gemeinsamen Jahren – wie in einer Ehe – wird für beide Seiten schmerzlich und zieht Konsequenzen nach sich, die im voraus noch nicht komplett absehbar sind. Betroffen von dieser Scheidung ist auch die Luftfahrt mit dem Luftsport, wobei die kommerzielle Luftfahrt und damit die Passagiere extrem darunter leiden wird.

Mit dem Brexit stehen auch die allgemeine Luftfahrt und der Luftsport vor Veränderungen. Foto: Colourbox / Presse- und Infodienst der Bundesregierung

Luftfahrt mit Luftsport von Großbritanniens Austritt betroffen

Am 29. März 2019 will mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien zum ersten Mal in der Geschichte der Europäischen Union ein Land die Gemeinschaft auf eigenen Wunsch verlassen. Die Trennung nach 44 gemeinsamen Jahren – wie in einer Ehe – wird für beide Seiten schmerzlich und zieht Konsequenzen nach sich, die im voraus noch nicht komplett absehbar sind. Betroffen von dieser Scheidung ist auch die Luftfahrt mit dem Luftsport, wobei die kommerzielle Luftfahrt und damit die Passagiere extrem darunter leiden wird.

Im Folgenden wird nach dem heutigem Kenntnisstand beschrieben, welche Auswirkungen für einzelne Luftfahrer der verbleibenden 27 + 4 „EASA-Staaten“ zu erwarten sind, wenn es bei dem 29. März 2019 Termin bleibt und der über 580 Seiten starke „Scheidungsvertrag“ nicht in Kraft gesetzt wird, also wenn die No-Deal Option wirksam wird.

Das zuständige Direktorat der Europäischen Kommission hat am 18. Januar 2019  die Revision der „Notice to stakeholders“ veröffentlicht, ein Dokument, leider nur in Englisch, das die Effekte, hauptsächlich aus juristischer Sicht, beschreibt, die mit dem 29.03.2019  sofort greifen, wenn Großbritannien aus der europäischen Gesetzgebung ausscheidet und zum „Third Country“ (Drittstaat) im Sinne der Basic Regulation wird. Hauptsächlich sind zwei Bereiche betroffen, die in der nachfolgenden nicht amtlichen Übersetzung zu lesen sind:

Zertifikate verlieren nach Brexit Gültigkeit

Zertifikate, die vor dem Austrittsdatum durch die zuständigen Behörden des Vereinigten Königreichs kraft der Basic Regulation und relevanter Verordnungen ausgestellt wurden, sind über das Austrittsdatum hinaus nicht mehr gültig. Dies betrifft insbesonders:

  • Lufttüchtigkeitszeugnisse
  • eingeschränkte Lufttüchtigkeitszeugnisse
  • Erlaubnisse zum Fliegen (Permits to fly)
  • Anerkennung von Wartungs- und Instandhaltungsbetrieben für Produkte, Teile und Ausrüstung
  • Anerkennung von Herstellungsbetrieben
  • Anerkennung von Ausbildungsorganisationen für Wartung und Instandhaltung
  • Zertifikate für Prüfpersonal zur Freigabe von Produkten, Teilen und Ausrüstung nach Instandhaltungsmassnahmen ausgestellt nach Sektion I Kapitel III der Basic Regulation
  • Luftfahrerscheine
  • medizinische Tauglichkeitszeugnisse
  • Zulassung für Luftfahrerausbildungsbetriebe
  • Medizinische Zentren
  • Anerkennung von Personen verantwortlich für die Ausbildung
  • Simulatorausbildung und Prüfung von Luftfahrern 
  • Anerkennung von Medizinischen Sachverständigen
  • ausgestellt nach Sektion II Kapitel III der Basic Regulation
  • Zertifikate für Air Operators und Anerkennung für Kabinenpersonal

Inhaber von Luftfahrerscheinen, Medicals oder Betreiber von Luftfahrzeugen mit UK Registrierung eventuell betroffen

Es ist leider nicht möglich, auf alle möglichen persönlichen Kombinationen von Lizenzen und Zulassungen einzugehen. Dazu sind die Variationen zu umfangreich, zu komplex und zu individuell. Direkt betroffen sein können Inhaber von Luftfahrerscheinen und /oder Medicals oder Betreiber von Luftfahrzeugen mit UK Registrierung.

Ein Hinweis ist allerdings machbar und wichtig, um jedes einzelne Problem zu klären und zu lösen: Luftfahrer oder Eigentümer/ Halter von Luftfahrzeugen, Betreiber und Personal von Luftfahrtunternehmen oder Betrieben zur Herstellung, Wartung und Instandhaltung sollten ihre individuelle Situation prüfen, ob UK – Zertifikate vorhanden sind. Bei positiver Antwort wird dringend empfohlen, sofort tätig zu werden und bei einer der 27 + 4 verbleibenden Luftfahrtbehörden vor dem Brexit Datum einen Transfer zu beantragen, solange das UK Dokument noch gültig ist.

Nach dem 29.03.2019  gilt das UK als Drittland, Transfer von Zertifikaten ist dann nur mit erheblichem Bürokratieaufwand möglich. Bei Unklarheiten wird empfohlen, mit der nationalen, zuständigen Luftfahrtbehörde Kontakt aufzunehmen.

Die EU Kommission und die EASA haben dazu Internet Seiten eingerichtet:

auf denen generell und detailliert informiert wird. Die Mehrzahl der Dokumente steht allerdings nur in Englisch zur Verfügung.