Museums-Tipp: Hubschraubermuseum Bückeburg
Das Hubschraubermuseum Bückeburg ist eines der wenigen reinen Drehflügler-Museen weltweit.
» mehrFliegen können Frauen und Männer, Jung und Alt, Geschäftsleute, Arbeiter und Studenten. Piloten sind in allen Gesellschaftsschichten zu finden. Einige fliegen, weil das Fliegen einfach schön ist, andere, weil sie gerne die Landschaft von oben sehen, weil sie sich mit dem Wetter auseinandersetzen wollen, oder weil sie von der Technik der Flugzeuge fasziniert sind. Sehr viele fliegen aber auch, weil sie auf dem Luftweg geradlinig und schnell zu Geschäftsterminen oder in den Urlaub reisen wollen. Für viele ist das Flugzeug auch einfach die Brücke zu Freunden in anderen Ländern Europas. ...
Um ein Motorflugzeug steuern zu dürfen, muss man mindestens 17 Jahre alt sein. Die Privatpilotenlizenz PPL erwirbt man dann entweder nach deutschem Recht, als PPL (N) und ausschließlich für den deutschen Luftraum, oder nach dem internationalen Recht, den Joint Aviation Rules den PPL (A). In naher Zukunft, wenn Europa noch weiter zusammenrückt, wird ein neues Recht, die EU-FCL dessen Platz einnehmen.
Voraussetzung für den Erwerb der Lizenz ist zunächst die Feststellung der körperlichen Tauglichkeit durch einen Fliegerarzt. Doch keine Angst: Die meisten Bewerber mit normalem Gesundheitszustand wird der Fliegerarzt ohne Weiteres flugtauglich schreiben. Brillen sind kein Hindernis, wenn sie bestimmte Stärken nicht überschreiten. Sogar Körperbehinderungen versperren heute nicht mehr unbedingt den Weg ins Cockpit.
Es folgt eine gründliche theoretische und praktische Ausbildung mit anschließender Prüfung in Theorie und Praxis. Damit erwirbt man die Berechtigung zum Führen einmotoriger Flugzeuge unter Sichtflugbedingungen. Weitere Berechtigungen, beispielsweise für kontrollierten Sichtflug (CVFR), Nachtflug, Instrumentenflug (IFR), Kunstflug oder zum Schleppen von Segelflugzeugen lassen sich zu-sätzlich erwerben. Um schwerere oder mehrmotorige Flugzeuge fliegen zu dürfen, ist eine theoretische und praktische, typenbezogene Ergänzungsschulung und der Erwerb einer Zusatzberechtigung erforderlich.
Für viele Piloten von Linienflugzeugen hat die Karriere mit der Ausbildung zum Privat-piloten in einem im DAeC organisierten Verein begonnen!
In kommerziellen Flugschulen wie auch im lokalen Motorflugverein kann man gleichermaßen gut das Fliegen erlernen. Was für den Interessierten am passendsten ist, muss er selbst entscheiden. Allgemein lässt sich sagen: Die Aus-bildung auf beiden ist gleich gut und sicher. In gewerblichen Flugschulen geht es meist schneller, die Anpassung an den Terminkalender des Flugschülers ist einfacher, weil man als zahlender Kunde auftritt. Im Verein dauert die Ausbildung in der Regel länger, ist aber deutlich preiswerter. Man erwirbt die Mit-gliedschaft und ist gleich mittendrin, zwischen all de Fliegern, und bald schon gehört man dazu. Später profitiert man von den niedrigeren Flugstun-denpreisen und ist in aller Regel viel dichter dran an der Technik. Während man in der gewerblichen Schule das Flugzeug nach dem Flug dem Personal zum Tanken und Waschen überläßt, lernt man im Verein bei der Wäsche nach dem Flug jedes Detail des Flugzeuges kennen, und entwicket ein intensiveres Verhältnis zum Fluggerät. Das Lernen in Gesellschaft, das intensive Erleben des Vereinsflugbetriebs und das Ausnutzen von Mitflugmöglichkeiten sind wei-tere Vorteile, die eine Ausbildung im Verein so attraktiv machen.
Einige im DAeC organiserte Landesverbände betreiben so genannte Verbandsflugschulen, unter deren Dach die Ausbildung in den lokalen Vereinen durchgeführt wird.
In Landesverbänden ohne zentralen Betrieb sind die Vereinsflugschulen direkt bei den Landesluftfahrtbehörden akkrediert.
Man benötigt kein eigenes Flugzeug um zu fliegen! Am preisgünstigsten kann man Flugzeuge als Mitglied in einem Luftsportverein chartern (hier findet man auch leicht Mitflieger für gemeinsame Unternehmungen!). Aber auch gewerbliche Vermieter bieten auf vielen Flugplätzen Flugzeuge verschiedenster Muster an. Natürlich, man kann auch ein Flugzeug kaufen, aber neue sind leider recht teuer, und deshalb herrscht ein reger Handel mit Gebrauchtflugzeugen. Das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Motorflugzeuge liegt bei etwa 20 Jahren - doch ältere Baujahre sind deshalb nicht weniger sicher als junge: Alle Flugzeuge unterliegen regemäßigen, strengen technischen Kontrollen in vorgeschriebenen Zeitabständen, und viele Teile werden nach einer bestimmten Betriebsdauer vollständig erneuert: Motoren beispielsweise in der Regel nach 2.000 Betriebsstunden oder Schläuche an den Motoren nach fünf Jahren, usw.
Die meisten Privatflugzeuge werden von Vereinen oder Haltergemeinschaften mit zwei, drei, vier oder noch mehr Mitgliedern angeschafft und genutzt. Der Vorteil: Anschaffungspreis und Fixkosten für Versicherungen, Kontrollen oder Unterstellung fallen nur anteilig an. Ist unter den Miteigentümern noch jemand, der vorgeschriebene Wartungsarbeiten durchführen kann (dies ist durchaus keine Seltenheit und vollkommen legal!), kann man wesentliche Kosten einsparen, die man als Charterer "beim Gewerblichen" mitbezahlen muss. Einige Dutzend begeisterter Flieger haben sich sogar ihr Flugzeug aus Baukästen oder nach eigenen Plänen selbst gebaut! Damit dabei alles mit rechten Dingen zugeht, überwacht in Deutschland die OUV, die Oskar Ursinus Vereinigung solche Vorgehensweisen. ... Aber das ist dann noch ein ganz anderes Thema.
Das Leistungsspektrum der Flugzeuge ist noch viel breiter als das der Autos: So gibt es moderne, kleine zweisitzige Schul- und Reiseflugzeuge, zum Beispiel die "Katana", die mit einer Leistung von 80 PS eine Reisegeschwindigkeit von 180 km/h erreichen und eine Reichweite von etwa 800 km plus Sicherheitsreserve haben. Typische viersitzige Vereinsflugzeuge, wie beispielsweise die "Piper PA 28-161", verfügen über eine Motorleistung von 160 PS und sind im Reiseflug bei 950 km Reichweite 210 km/h schnell. Zur Oberklasse gehören Flugzeuge wie einer der Klassiker, etwa die "Beech A 36 TC Bonanza", die als sechssitziges Flugzeug mit einer Leistung von 300 PS im Reiseflug eine Geschwindigkeit von rund 310 km/h erreicht und bis zu 1700 km weit nonstop fliegen kann.
Der Erwerb einer Privatpilotenlizenz im Verein kostet bei normalem Ausbildungsfortschritt 5.000 bis 7.500 Euro. Eine zugegeben größere, aber einmalige Investition, die man eventuell noch etwas reduzieren kann, da es in manchen Vereinen und Flugschulen möglich ist, im Betrieb preisgünstigere Motorsegler in der Ausbildung mitzubenutzen und die Fluglehrer in der Regel ehrenamtlich tätig sind. Außerdem fallen diese Kosten nicht sofort und in einer Summe an, sondern verteilen sich auf die gesamte Ausbildungszeit.
Zum Erhalt der Lizenz müssen alle zwei Jahre 12 Flugstunden nachgewiesen werden - was allerdings, speziell in den ersten Jahren nach Lizenzerwerb, recht wenig ist. Zur Abschätzung der mit der Fliegerei verbundenen Kosten sollte man also besser von einer höheren Stundenzahl ausgehen. Ein einfaches Flugzeug, etwa eine Cessna 152 oder eine Katana 100, kann man zu Stundenpreisen ab circa 85 Euro chartern. Das bedeutet, innerhalb von zwei Jahren mindestens (besser mehr) 12 mal 85 Euro für den Erhalt des PPL -A auszugeben. Das sind 1.200 Euro pro Jahr oder 2,80 Euro am Tag: Motorfliegen ist erschwinglich!
Mineralölsteuer
Im übrigen ist es ein weitverbreiteter Irrtum, dass in Deutschland keine Mineralölsteuer auf Flugzeugkraftstoffe erhoben wird. Privatpiloten zahlen, genau wie jeder Autofahrer auch, Steuern auf jeden Liter Treibstoff. Es ist ausschließlich die gewerbliche Fliegerei, die keine Mineralölsteuer auf Flugbenzin zu entrichten hat!
Sonstige Gebühren
Anders als beim Autofahren sind noch Gebühren für Landung, Parken und zum Teil auch für die Benutzung von Luftstraßen fällig.
Der Kraftstoffverbrauch von Motorflugzeugen hängt, wie beim Auto, natürlich vom jeweiligen Modell ab, doch die Wirtschaftlichkeit dieser Maschinen mag manchen überraschen. Dazu ein Beispiel: Die Strecke von Stuttgart nach Berlin beträgt auf Bundes-Autobahnen rund 630 Kilometer.
Nehmen wir im Vergleich ein Mittelklassefahrzeug, das etwa 10 Liter Kraftstoff je 100 km verbraucht. Für die Strecke ergibt sich also ein Verbrauch von 63 Litern, als Fahrtzeit benötigt unser Fahrer geschätzte fünfeinhalb Stunden. Die oben beschriebene "Katana" hingegen hat zwischen den beiden Städten lediglich 510 km Strecke zu überwinden, da die Streckenführung der Luftlinie entspricht. Der Pilot benötigt bei einer Reisegeschwindigkeit von 180 km/h 2,8 Stunden Flugzeit. Bei einem Benzinverbrauch von etwa 15 Liter pro Stunde verbraucht dieses Flugzeugmuster circa 45 Liter Kraftstoff für die Wegstrecke Stuttgart-Berlin (dies entspricht einem Verbrauchswert von rund 8,5 Litern/100 km), und das bei einer Reisedauer von noch nicht einmal 3 Stunden!
Selbst ältere Flugzeuge schneiden da im Vergleich oft besser ab als so manches Kraftfahrzeug...