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100 Jahre Deutschlandflug
Ein Traditionswettbewerb im Wandel der Zeit

Erstmals ausgeschrieben als „Deutscher Rundflug um den B.Z.-Preis der Lüfte 1911“ war der Urahn des Deutschlandfluges eine harte Prüfung für Mensch und Material. In Tagesetappen von maximal 200 km Länge galt es, eine Gesamtstrecke von 1900 km zurückzulegen. „Größenwahn“ nannten es die einen, viele andere aber nahmen das Vorhaben begeistert auf, was sich in einem Preisgeld von über 400.000 Mark manifestierte. Schnell wurde klar, dass hier eine Entwicklung begann, die in der Zukunft von größter Bedeutung sein würde.

Trotz des großen Erfolges fand der nächste Deutsche Rundflug erst 14 Jahre später statt und führte über eine Strecke von 5000 km und 34 Städte. Bis 1931 standen neben der sportlichen Leistung, technische Zuverlässigkeit und Handhabung von Sport-, Schul- und Reiseflugzeugen im Vordergrund.

Der Deutschlandflug 1933 war der erste Wettbewerb, bei dem ausschließlich die fliegerische Leistung der Piloten bewertet wurde. In der Folgezeit wurde in Verbänden von drei bis neun Flugzeugen geflogen, die gegeneinander antraten. Bis heute gilt der Deutschlandflug 1938 mit 403 teilnehmenden Flugzeugen als weltweit größte Veranstaltung dieser Art.

Nach Rückgabe der deutschen Lufthoheit im Jahre 1955 fand bereits ein Jahr später wieder ein Deutschlandflug statt. Senator Dr. Franz Burda, ein engagierter Förderer der Deutschlandflugidee, übernahm die Schirmherrschaft und stiftete den „Burda Preis der Lüfte“, ein Sportflugzeug vom Typ Piper L4. Bis 1977 durften die Sieger von Burda gestiftete Flugzeuge bzw. Geldpreise für ihren Verein mit nach Hause nehmen.

Vieles hat sich in der hundertjährigen Geschichte des Deutschlandfluges verändert. Eines jedoch ist bis heute geblieben: Der Deutschlandflug will eine Motorflugveranstaltung sein, bei der Zuverlässigkeit, fliegerisches Können und diszipliniertes Fliegen, aber auch gesellschaftliches Beisammensein im Vordergrund stehen sollen.

Der Jubiläumsflug „100 Jahre Deutschlandflug“ findet vom 6. bis 9. Juli 2011 statt und führt von Hannover nach München/Schleißheim. Die gesamte Deutschlandflug-Chronik finden Sie unter "Geschichte".

Am 11. Juni, morgens um 5.13 Uhr, startete das erste von 25 gemeldeten Flugzeugen vom Flugplatz Berlin-Johannisthal zum „Deutschen Rundflug um den B.Z.-Preis der Lüfte 1911“.  Der „Verein Deutscher Flugtechniker“ hatte diesen Wettbewerb ausgeschrieben, um dem noch jungen Flugwesen in Deutschland Auftrieb zu verleihen. Der Rundkurs führte über große Teile Deutschlands. In 16 Etappen musste eine Gesamtstrecke von 1900 Kilometern in der Zeit vom 11. Juni bis zum 7. Juli bewältigt werden. Der mit 450000 Mark dotierte Wettbewerb gilt als die Geburtsstunde des Deutschlandfluges.

100 Jahre Deutschlandflug - der DAeC möchte das Jubiläum in diesem Jahr mit einer besonderen flugsportlichen Veranstaltung feiern. Eine interessante Streckenführung, ein attraktives Rahmenprogramm und weitere Highlights sollen Pilotinnen und Piloten aus dem In- und Ausland für eine Teilnahme am Deutschlandflug 2011 begeistern. 100 Jahre Deutschlandflug, 100 teilnehmende Luftfahrzeugbesatzungen, so lautet das erklärte Ziel der Ausrichter.

Der Jubiläumsdeutschlandflug findet vom 6. bis 9. Juli 2011 statt. Die Geschäftsführung des Verkehrsflughafens Hannover wird die Teilnehmer am 6. Juli 2011 empfangen und gemeinsam mit der Bundeskommission Motorflug des DAeC am nächsten Tag auf die Reise schicken. Wie in den Jahren zuvor wird in zwei Gruppen, Wettbewerb und Touring, auf separaten Routen geflogen. Ziel nach drei Flugtagen wird für beide Gruppen der Flugplatz Schleißheim sein. Als besonderer Höhepunkt findet die Abschlussveranstaltung mit Siegerehrung in den Räumlichkeiten der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums statt.

Das Jubiläum, 100 Jahre Deutschlandflug

Selbst die Wettergötter waren in Feierlaune

Blickt man zurück in die hundertjährige Geschichte des Deutschlandfluges, so stellt man fest, dass die Wettergötter dem Traditionsflug des deutschen Motorflugsports nicht immer gewogen waren.
Beim Jubiläumsflug „100 Jahre Deutschlandflug“ ist alles ganz anders. Der Anflug auf Hannover erfolgt bei schönstem Wetter und so wird es auch bis zur Abschlusslandung in Schleißheim bleiben. Schon beim Eintreffen der Teilnehmer am 6. Juli 2011 erweist sich der Verkehrsflughafen Hannover als perfekter Gastgeber. Professionell führt die Tower-Crew die rund 120 Flugzeuge zur Landung, das Terminal D bietet das entsprechende Ambiente für eine gelungene Eröffnungsveranstaltung.

Fotos: Hannover Airport

Donnerstag, 7. Juli:
Start zum Deutschlandflug 2011. Die Wettbewerbsgruppe verabschiedet sich nach Dessau, während die Touringgruppe nach Marburg fliegt. Schon an den Zwischenlandeplätzen wird deutlich, was sich im Verlauf der Veranstaltung bestätigt: Der Deutschlandflug wird nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Zuschauer und Presse vor Ort heißen die Teilnehmer willkommen. Doch schon bald zieht der Tross weiter, die Touringgruppe nach Idar-Oberstein, die Wettbewerbsgruppe nach Kamenz. Idar-Oberstein wartet nicht nur mit einem sehenswerten Edelsteinmuseum, sondern auch mit einem besonderen Service auf: Während die Flugzeuge an der Tankstelle stehen, werden sie von der Segelflugjugend des Vereins gesäubert! Die Landung der Wettbewerbsgruppe wird in Kamenz freudig erwartet, denn sie bildet den Auftakt zur dreitägigen Veranstaltung „100 Jahre Fliegen in Kamenz“.

Freitag, 8. Juli:
Duplizität der Ereignisse. Beim Start der Wettbewerbsgruppe nach Weiden bleiben das älteste Teilnehmerflugzeug, der Focke-Wulf Fw 44 Stieglitz D-EMMI, und seine Besatzung in Kamenz zurück. Ein Landeschaden hat den Weiterflug unmöglich gemacht. Auch die Touringgruppe muss ein UL mit Landeschaden in Idar-Oberstein zurücklassen. Während das Flugzeug dort repariert wird, nimmt Rolf Vahlenkamp die Besatzung in seiner 2-mot mit und fliegt sie ganz selbstverständlich nach Abschluss des Deutschlandfluges wieder nach Idar-Oberstein zurück, damit sie ihr Flugzeug dort abholen können. Eine schöne kameradschaftliche Geste! Auch den Abend gestalten beide Gruppen gleich. Erst eine kurze Stadtbesichtigung und dann ein gemütliches Beisammensein in den schönen Städten Weiden und Bamberg.

Samstag, 9. Juli:
Der dritte Deutschlandflug-Tag bricht an. Das Wetter ist weiterhin schön. Wettbewerbsleiter Fred Pierskalla und Wolfgang Drexel, der Leiter der Touringgruppe, können langsam vorsichtig aufatmen. Da die Wettbewerbsteilnehmer in Schleißheim noch eine Ziellandung machen müssen, sind sie die ersten, die im Zweiminutentakt auf dem historischen Gelände einfallen. Während sie bereits durch die historische Flugwerft und die Gärten des nahegelegenen Schloss Schleißheim bummeln, kommen auch die Teilnehmer des Touringgruppe wohlbehalten an. Höhepunkt des Tages ist die Abschlussveranstaltung und Siegerehrung inmitten historischer Exponate in der Flugwerft des Deutschen Museums. Gewinner des Jubiläumswettbewerbs „100 Jahre Deutschlandflug“ sind Marcus und Astrid Ciesielski (LSG Breitscheid-Haiger). Helmut Bäder und Gerhard Spreng (FMS Kirchheim) belegen Platz 2, gefolgt von den Drittplatzierten Axel und Uwe Maurer (FSC Aschaffenburg). Björn Hansen und Tomke-Kristin Ahlburg-Hansen von den Fliegerfreunden Conneforde gewinnen die Einsteigerwertung in der Wettbewerbsgruppe. Den Siegerpokal der Touringgruppe nehmen Dr. Bernd Günther und Wolfgang Berger vom Flugsportclub Suhl mit nach Hause.

Der Jubiläumsflug „100 Jahre Deutschlandflug“ ist zu Ende. Und auch die Wettergötter verabschieden sich pünktlich zur Abschlussveranstaltung mit einem „himmlischen“ Feuerwerk mit imposanten Blitzen und kräftigen Donnerschlägen vom Deutschlandflug 2011.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Verkehrsflughafen Hannover und die Flugplätze, die wir auf unserem Jubiläumsflug besuchen durften. Und natürlich auch ein besonderer Dank an alle Teilnehmer, die durch ihr diszipliniertes Verhalten unseren schönen Sport in positiver Weise der Öffentlichkeit und den Medien präsentiert haben.

Renate Heege

 

 

Der Abschluß des Deutschlandfluges-2011 aus der Sicht des Radarlotsen

 Für den Zielflugplatz des Jubiläums-Deutschlandfluges-2011 zeigen zwei Animationen die Ankunft der Teilnehmer in Oberschleißheim am 9. sowie die Abreise am 10 Juli 2011 im Zeitraffer. Die DFS Deutsche Flugsicherung hat diese beiden Darstellungen für uns erarbeitet und uns freundlicherweise für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Um den Forderungen des Datenschutzes nach zu kommen, sind eine Vielzahl von Radarzielen ausgeblendet worden. Aber auch in dieser reduzierten Form ist ein recht emsiges Treiben im Luftraum um EDNX zu beobachten. Wie durch Magnetkraft werden die vielen kleinen „Mücken“ vom Zielpunkt angezogen und verschwinden schließlich scheinbar widerstandslos im gierigen Schlund des Traditionsflugplatzes. Am darauffolgenden Abreisetag erscheint uns „OSH“ als kleiner Vulkan, der die teilnehmenden Flugzeuge in dichter Folge ausspukt und mit dezenter Leuchtspur in alle Winde verteilt.
Bei der DFS Deutsche Flugsicherung bedanken wir uns ganz herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit während der Veranstaltung und für diese beiden Zusammenstellungen, die einen interessanten, durch die Effekte des Zeitraffers auch amüsanten, Einblick in die Sicht des Lotsen auf unser fliegerisches Treiben ermöglichen. Alle, die sich an dieser Darstellung der Flugaktivitäten erfreut haben, laden wir ein, beim nächsten Deutschlandflug im Jahr 2013, selbst ein Teil dieser Veranstaltung zu sein.

Anflug

Darstellung der Anflugsituation

Abflug

Darstellung der Abflugsituation