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07.06.2012 Segel- & Motorsegelflug, Allgemein, Motorflug, Ultraleichtflug, Luftraum & Flugbetrieb

Vertikal vor horizontal

Während die meisten Luftsportler sich über lange Strecken im Horizontalflug freuen, drängt es die Fallschirmspringer zur vertikalen Luftraumnutzung. Diese Besonderheit macht auch die Fallschirmsprungsymbole auf der ICAO-Karte so wichtig. Fallschirmspringer meldeten dem DAeC, dass am Pfingstwochenende an zwei Sprungplätzen in Deutschland der Sprungbetrieb durch Segelflieger erheblich beeinträchtigt worden sei. In einem Fall hätte der Absetzvorgang sogar abgebrochen werden müssen.

Das permanente Beobachten des Luftraums in der Horizontebene gehört zum Ausbildungsprogramm aller Flächenflieger, ganz gleich ob Fest- oder Drehflügler. Dass sich ein Fallschirmspringer im Freifall mit rund 200 km/h mehr oder weniger vertikal durch den Luftraum bewegt, ist da eher befremdend. Erst nach der Fallschirmöffnung gelingt die optische Identifizierung besser. Sowohl im Freifall als auch am Fallschirm kann aber der Springer nahezu unmöglich einem Flugzeug ausweichen.
Die Symbole auf der ICAO-Karte, die Fallschirmsprunggelände darstellen, gibt es in zwei Varianten. Der Unterschied zwischen großem und kleinem Symbol liegt nur in der Anzahl der Sprünge. Alle Sprungzonen können auch innerhalb der Woche aktiv sein. Insgesamt gibt es mehr als 100 Zonen in Deutschland, an denen Sprungbetrieb möglich ist.
Die Sprungzone ist meistens ein zylindrischer Luftraum mit einem Radius von zwei Nautischen Meilen (3,7 km), der vom Boden bis zum Luftraum C in Flugfläche 100 reicht. Über Aktivitäten in der Sprungzone können das jeweilige Sprunggelände und/oder der Fluginforma-tionsdienst (FIS) Auskunft geben. Ein Durchflug ohne präzise Auskunft ist für alle Beteiligten lebensgefährlich und unter Luftsportlern nicht akzeptabel. Alle ausgewiesenen und aktiven Sprungzonen sind deshalb als Wendepunkte für Streckensegelflieger tabu!
Nicht nur Segelflieger, Drachen- und Gleitschirmflieger, sondern auch Fallschirmspringer führen Außenlandungen durch. Diese müssen genehmigt und per NOTAM veröffentlicht werden.
Die Positionierung der Symbole erfolgt auf der Karte der DFS im Gegensatz zur Jeppesen-Karte häufig nicht im Bezugspunkt des Sprunggeländes, da dort bereits eine Landebahn und andere Informationen auf der Sichtflugkarte gedruckt sind. Die Zuordnung des Sprunggeländes zum Landeplatz ist in der Regel aber sehr einfach und kann im Detail im Luftfahrthandbuch nachgelesen werden.