Suche schließen X
Facebook Twitter RSS
< Veränderte Regelungen für Kunstflug
16.12.2016 Allgemein, Presse, Segel- & Motorsegelflug

Segelflug-WM in Australien

Für einige Segelflieger des DAeC beginnt das neue Jahr in Australien: Am 8. Januar 2017 fällt in Benalla der Startschuss für die Weltmeisterschaften im Segelfliegen – die „34th FAI World Gliding Championships“.

115 Piloten messen sich bis zum 21. Januar im Streckensegelflug, in drei Klassen: der Offenen Klasse, der 18-Meter-Klasse und der 15-Meter-Klasse.

Deutschland geht mit acht Spitzensportlern an den Start: Stephan Beck, Tassilo Bode, Michael Eisele, Holger Karow, Mario Kießling, Michael Sommer – seines Zeichens vierfacher Weltmeister –, Matthias Sturm und Thomas Wettemann. Vier der Piloten starten in der Offenen Klasse, jeweils zwei in der 18- und 15-Meter-Klasse.

Dass in Down Under andere Bedingungen für den Segelflug herrschen als im kühlen Deutschland, ist ein offenes Geheimnis: „Eigentlich ist alles anders“, sagt Bundestrainer und Team-Coach Wolli Beyer. „Mittags ist die Sonne im Norden. Die Hochdruckgebiete drehen im Gegenuhrzeigersinn, die Tiefs im Uhrzeigersinn.“ Benalla sei durch die Great Dividing Range, Australiens größten Gebirgszug, geschützt. „Die ist allerdings an einigen Stellen tief eingeschnitten. Das kann dazu führen, dass kühle Meeresluft ins Landesinnere kommt“, sagt Beyer. „Das sind dann die wirklich interessanten Tage – vor allem bei Blauthermik, wenn es keine Wolken gibt:“

Die erste Hürde in Down Under dürfte für die Sportler  indes die Zeitumstellung sein. Wer wissen möchte, wie spät es in Benalla ist, muss zehn Stunden draufrechnen. Umso wichtiger ist da die Vorbereitung: „Grundsätzlich ist es für so ein Top-Event ratsam, einen lang angelegten Trainingsplan zu haben, um dann zur WM in Topform zu sein“, sagt Michael Eisele, der in der 15-Meter-Klasse abhebt.

Bereits seit Herbst 2015 stimmen sich die Piloten auf die Weltmeisterschaft ein. Ein wichtiges Stichwort hierbei sei das Team-Building, sagt Coach Beyer. Denn die Konkurrenz ist stark: Die Zeiten, in denen erste Plätze nur von einer Handvoll Piloten gewonnen wurden, seien vorbei, sagt Eisele. „Die Weltspitze ist deutlich breiter geworden als früher.“

Und ohne Leidenschaft geht nichts: Mario Kießling, der in der 18-Meter-Klasse abhebt, opfert mehr als vier Wochen Urlaub für die Weltmeisterschaft. Geflogen ist er in Australien noch nie, er erwarte aber mehr und verlässlichere Blauthermik. Sein Ziel? „Prinzipiell reise ich zur WM, um zu gewinnen“, sagt Kießling.

Als Team-Captain reist Walter Eisele, Vorsitzender der Bundeskommission Segelflug, mit. DAeC-Vizepräsident René Heise stellt seine Dienste als Meteorologe zur Verfügung. Noch vor dem Team sind übrigens die Segelflugzeuge da – sie wurden in Container verladen und reisen per Schiff voraus.

Damit auch jene, die nicht dabei sein können, alles hautnah miterleben, bloggt Segelflieger Mayk Schuster über das Wettbewerbsgeschehen. Der Blog ist bereits online: https://segelflug.aero/web/index.php/blog-wm-2017-benalla

Informationen zu den Piloten gibt es hier: https://segelflug.aero/web/index.php/fai-klassen

Die Siegerehrung ist am 22. Januar – der DAeC drückt dem deutschen Team die Daumen.