Suche schließen X
Facebook Twitter RSS
< Zwei Ballonjugendlager im Sommer
13.03.2017 Allgemein, Segel- & Motorsegelflug, Presse

Ein Leben für die Fliegerei

Er gilt als Pionier und treibende Kraft des Flugsports auf der Wasserkuppe. Bis heute setzt er sich für das Segelfliegen ein: Josef Kurz. Zu seinem 90. Geburtstag gab es für ihn eine Überraschungsparty im Deutschen Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe.

Dr. Harald Kämper vom Vintage Glider Club, Steffen Korell, Bürgermeister der Stadt Gersfeld, der hundertjährige Pilot Helmut Sinn, Josef Kurz, Manfred Helfrich, Bürgermeister der Gemeinde Poppenhausen, Claudia Stengele, Vorstand Segelflugmuseum, Frank Thies, 1. Vorsitzender OSC Wasserkuppe, Wolfgang Weinreich, Präsident "Alte Adler", Rudi Bauke, DAeC, Dr. Manfred Neidert, Vizepräsident GFS. Foto: Tonya Schulz

Ein roter Teppich, Blumen, feierliche Stimmung: Knapp 50 Gäste hatten sich am Samstag auf der Wasserkuppe versammelt, um – den sichtlich überraschten – Kurz zu ehren. Die Laudatoren sparten nicht mit Lob, Dank und anerkennenden Worten. Kurz‘ lebt für die Fliegerei.

76 Jahre liegt sein Jungefernflug zurück. Damals, der Zweite Weltkrieg wütet bereits, erlebt Kurz mit einem Segelflugzeug erstmals die Magie, durch die Luft zu schweben. Er ist begeistert, vertieft sich in sein Hobby, macht den Luftfahrerschein  2 und den Kunstflugschein. Als 17-Jähriger schult ihn die Luftwaffe auf dem Habicht für einen späteren Einsatz auf der Messerschmitt Me 163. Doch dazu kommt es nicht mehr: 1945 landet Kurz in russischer Kriegsgefangenschaft, aus der er vier Jahre später zurückkehrt.

Seine Leidenschaft für die Fliegerei hat er nicht vergessen: Bereits 1950 gründet Kurz mit Gleichgesinnten die Akaflieg Frankfurt, mit der er 1955 erstmals auf die Wasserkuppe kommt.

Kurz‘ Vita liest sich als die eines Überzeugungstäters: Er arbeitet als Flugzeugschreiner und -bauer, als Fluglehrer und Buchautor. Er hilft dabei, die Museumswerkstatt des Segelflugmuseums aufzubauen, betreut den Bau der Erweiterungshalle. Und er bestimmt als Mitglied verschiedener Vereine über die Geschicke auf der Wasserkuppe mit: als Vorstandsmitglied der Gersfelder und Poppenhäuser Rhönflugvereine, als Mitglied der "Gesellschaft zur Förderung des Segelfluges auf der Wasserkuppe e.V.", als Vorstandsmitglied der Stiftung "Deutsches Segelflugmuseum mit Modellflug".

Sein Blick gilt dabei stets zweierlei: Zukunft und Tradition. Das spiegelt sich auch in seinem Engagement für die Oldtimer-Restaurierung wieder. Zusammen mit dem "Oldtimer Segelflugclub Wasserkuppe" sorgt "Seppl" – wie Kurz liebevoll genannt wird – dafür, dass legendäre Flugzeugtypen wie der DFS-Habicht, der  DFS Reiher oder der Udet Flamingo nicht nur als Zeichnungen existieren.

1999 erhält Kurz die Goldene Daialos-Medaille des DAeC für verdienstvolle Förderung der Luftfahrt und des Luftsports, 2002 ehrt ihn das Land Hessen für 50 Jahre ehrenamtliches Engagement.

Auch menschlich hat er bis heute viel bewegt: Die Laudatoren skizzierten ihn am Samstag nicht nur als unermüdlichen Flieger, Flugzeugbauer und Förderer – sondern auch als herzensguten Kameraden, der sein Leben bedingungslos dem Flugsport widmet.