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Minigolf-Weltmeisterschaften in Stockholm
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| Sieger Herren |
"Ich hab' den Tag auf meiner Seite, ich hab' Rückenwind", sang Peter Fox in seinem Nr. 1-Song "Haus am See" - für Team Deutschland war dies nicht die Traumvision, die in dem Song entwickelt wird, sondern die Realität des abschließenden Matchplay-Tages bei der WM in Stockholm auf den "Bahnen am See" - und irgendwie auch die Realität einer sportlich herausragenden WM mit vier Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen.
Der Ausgang des Matchplay-Tages war eine besonders glückliche Fügung. Denn Bianca Zodrow, die den Titel im Strokeplay im Stechen gegen Stefanie Kern verloren hatte, gewann - und das im Stechen gegen die Schwedin Andersson. Sie ist dadurch die erfolgreichste deutsche Spielerin bei Weltmeisterschaften. Bianca hatte im Achtelfinale Natsja Klarenbeek (NED, 7:1), im Viertelfinale Sandra Bengtsson (SWE, 5:3) und im Halbfinale Sandra Wicki (CH, 4:0), die spätere Bronzemedaillengewinnerin, deutlich bezwungen, im Finale einen Rückstand wettgemacht und dann auf der Eternitbahn an der Brücke das Stechen gewonnen. Stefanie Kern war Andersson im Viertelfinale nach anfänglicher Führung unterlegen, Nicole Gundert-Greiffendorf schied gegen die spätere Viertplatzierte, die Österreicherin Karin Heschl, aus.
Der spätere Matchplay-Weltmeister Walter Erlbruch war nach Rückstand in der 1. Runde gegen den Österreicher Weber (6:6) erst im Stechen weitergekommen. Marco Henning, 2. des Strokeplays, und Zählwettspiel-Weltmeister Svensson bestätigten in dieser Runde die "Minigolfweisheit": Matchplay ist, wenn die Führenden aus dem Strokeplay in der 1. Runde ausscheiden. Marco verlor gegen den Italienier Porta. Auch für Achim Braungart Zink war durch ein 2:7 im deutsch-deutschen Duell gegen Marcel in der 1. Runde Schluss. Er schnappte sich sofort seine Kamera und setzte diese Seite ins Bild. Alle anderen gewannen mehr oder weniger klar ihre Begegnungen, sodass fünf Deutsche im Achtelfinale standen. Die schwedische "Armada" hatte bereits unerwartet prominente "Verluste" erlitten, denn nicht nur Svensson, sondern auch C.J. Ryner und Lars Brown verloren - und zwar überraschend deutlich. Gustafsson gewann das Match gegen Europameister Tiekstra (NED), der auf der Eternitbahn die einzige 18 des Turniers gespielt hatte. Dagegen hatte Walter Erlburch mit dem Schweden Kristiansson (5:1) , Alexander Geist mit dem Schweizer Sommer (6:3) und Marcel Noack mit dem Italiener Pinton (6:2) keine Probleme. Harald Erlbruch revanchierte sich gegen Dennis Kapke (5:3) für die Niederlage mit Strokeplay-Stechen um Platz 3 und erreichte damit ebenso das Viertelfinale.
Im Viertelfinale standen also vier von sieben deutschen Spielern - und das Tableau sorgte glücklicher Weise dafür, dass sie sich aus dem Wege gingen. Dadurch war alles möglich: von keiner Medaille bis zu einem deutschen Podium nach dem Vorbild des Matchplay-Wettkampfs der Juniorinnen bei der EM in Naturns (Katharina Benn vor Anne Bollrich und Vanessa Peuker). Letzteres war in erreichbarer Entfernung, als drei deutsche Spieler ihre Viertelfinals gewannen - Walter Erlbruch mit 5:4 gegen Paolo Porta, Harald Erlbruch mit 5:2 gegen den Tschechen Strasko und Marcel Noack 6:3 gegen den Schweizer Maggi. Dass das Halbfinale nicht komplett von deutschen Spielern bestritten wurde, lag an Ex-Weltmeister Gustafsson, der in einem denkwürdigen, weil besonders ausgeglichenen Match Alexander Geist im Stechen an Bahn 5 auf der Betonbahn bezwungen hatte.
Im Halbfinale war Gustafsson beim 2:5 am Ende chancenlos gegen Walter Erlbruch - damit war klar: Deutschland würde Gold / mindestens zwei Medaillen gewinnen. Denn im anderen Halbfinale war Harald Erlbruch vorne; er gewann 5:3 gegen Marcel Noack, der im anschließenden Match um Bronze Gustafsson deutlich im Griff hatte (6:3) und dafür sorgte, dass zur Siegerehrung drei deutsche Spieler das Podium betreten durften.
Das Finale war natürlich ein besonderes. Der Schwede Keri sprach im Live-Blog von der Anlage sogar vom "Clash of the Titans". Aber es war natürlich ein ganz anderes Match als jedes vergleichbare Finale zuvor. Keri sah beide locker auf einer "Übungsrunde", notierte sogar Freude über das Ass des anderen. Das Foto nach dem Siegerschlag von Walter, wie passend auch dies in der Stechentscheidung, sagt mehr als tausend Worte. Schön, wenn der eine jeweils der größte Fan des anderen ist.
Unser Schlussbild aus Stockholm zeigt aber alle Spielerinnen und Spieler auf einem Bild: Sie haben Deutschland und den DMV würdig vertreten. Der Frauenchor, von dem Peter Fox in seinem Lied singt, war auch da: Er sang viermal die deutsche Nationalhymne.
Walter Erlbruch in der Minigolf Community auf Facebook: "Der mit weitem Abstand schönste Moment in meiner Einzelkarriere!!!"
Heiner Sprengkamp
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