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Luftsport ist Sport in der Natur. Um bei der Sportausübung mögliche naturschutzfachliche Konflikte zu erkennen, sie zu vermeiden oder zu lösen, hat das Bundesamt für Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem DAeC das Onlineportal "NaturSportInfo" entwickelt. Es bietet Informationen für alle Luftsportarten, soweit sie naturschutz-relevant sind. 

Den Schwerpunkt des Informationssystems stellen die Auswirkungen von Sport- und Freizeitaktivitäten auf die Tier- und Pflanzenwelt dar. Aus einer umfangreichen Datenbank können Interessenten Aussagen über die Wirkung von Sportarten auf Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume sowie Beispiele zu Konfliktlösungen abfragen. 

"NaturSportInfo" bietet dem Luftsportler die Möglichkeit, sich bequem über die Wechselwirkungen seines Sports mit der Natur, deren Hintergründe und Lösungen zu informieren. Werden die verschiedenen Luftsportarten naturverträglich ausgeübt, schließen sich Naturschutz und sportliche Naturnutzung nicht aus. 

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Einen guten Überblick verschafften sich junge Naturschützer in den Herbstferien im Oktober 2008. Sie bestaunten den Lebensraum Niederrhein auch aus dem Ballonkorb und lernten dabei auch die Sichtweise der Luftsportler kennen. Das Balloncamp, ausgerichtet von der Weseler Naturschutzjugend und der DAeC Luftsportjugend ist ein Kooperationsprojekt von "Abenteuer JUUS - Jugend für Umwelt und Sport" der Deutschen Sportjugend (dsj) und der Naturschutzjugend (NAJU). 

Theorie und Praxis standen auf dem Programm. Was passiert, wenn Menschen sensible Lebensräume gravierend verändern? Am Niederrhein sind die Auswirkung deutlich zu erkennen: Die Regulierung der Flüsse, Deichbau und Auskiesung haben neue Lebensbedingungen für Flora und Fauna zur Folge. Sehr empfindliche Arten haben da keine Chancen, andere robustere Tiere und Pflanzen sind Überlebenskünstler und können sich anpassen. Besonders nachteilig haben sich die Veränderungen für Zugvögel erwiesen. Heute hat man erkannt, dass die Ausbeutung und Anpassung der Natur an die Bedürfnisse der Menschen nicht nur den Lebensraum einiger Tiere und Pflanzen zerstören. Die Konsequenzen können auch Hochwasser, Absenkung des Grundwasserstandes, Änderungen im Kleinklima bis hin zum massiven Schädlingsbefall sein. Ob und wie die Maßnahmen zur Renaturierung Erfolg haben, wird sich zeigen. Der Blick aus dem Ballonkorb ermöglichte den jungen Naturschützern eine neue Perspektive. Die Fahrtstrecke wurde dokumentiert. Später fuhren die jungen Leute den Weg per Fahrrad nach und verglichen ihre Beobachtungen. 

Die beste Maßnahme gegen Vorurteile sind gemeinsame Erlebnisse. Im Balloncamp lernten Naturschützer von Luftsportler den anderen Blick auf diese Welt und die Begeisterung für die dritte Dimension. Die Luftsportler erfuhren, welche Konsequenzen unbedachtes Verhalten haben können. Das Kennenlernen der potenziellen Konfliktgruppen ist ein Ziel des Projekts "Abenteuer JUUS". Mit Respekt oder sogar Freundschaft können Probleme am besten nachhaltig gelöst oder sogar vermieden werden. Das Balloncamp wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.