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Informationsveranstaltung am 08. März 2016 in Bonn - die Zusammenfassung

Mit durchweg positivem Feedback endete die gemeinsame Veranstaltung von EASA , LBA , DAeC und AOPA am 08. März 2016 im Haus des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Bonn. Im Hause des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur fanden die Teilnehmer perfekte äußere Bedingungen.

Diese ganztägige Veranstaltung hatte den Anspruch, dem interessierten Publikum die bisherigen Ergebnisse der „GA Roadmap“ der EASA näher zu bringen und einen Ausblick zu geben, mit welchen weiteren Änderungen in der Zukunft, besonders im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt, zu rechnen ist.

Die Tatsache, dass kompetente Vertreter der EASA , des LBA , von Landes- und Bezirksregierungen und der Verbände im Rahmen einer solchen Veranstaltung gleichzeitig anwesend waren und sich den Fragen stellten war „längst überfällig“, wie es einer der Teilnehmer ausdrückte.

Der Teilnehmerkreis selbst erwies sich als „großer Querschnitt“ der Allgemeinen Luftfahrt. Da war vom Privatpiloten/Ballonfahrer über den Vertreter von Hersteller- und Instandhaltungsbetrieben, CAMOs, Behörden und Verbände bis hin zum Juristen eine große Kompetenz anwesend, was insbesondere auch in den knappen Pausengesprächen deutlich spürbar war.

Inhaltlich war die Veranstaltung in verschiedene Fachthemen unterteilt, welche im Einzelnen die brennenden Fragen der Implementierung der europäischen Regeln in der Allgemeinen Luftfahrt wiederspiegeln.

Nach der generellen Vorstellung des Projektes "GA Roadmap" durch Herrn Deuss ( EASA ), stellte Herr Sieder vom LBA fest, dass die bisherigien Regelungen insbesondere für die Allgemeine Luftfahrt viel zu komplex sind. Auf Grund der häufigen Änderungen und Anpassungen sind diese sowohl für die Anwender, als auch für die zuständigen Behörden oft kaum noch nachvollziehbar. Der Implementierungsaufwand erreicht damit schon heute eine fast kritische Grenze. Es gilt also, möglichst kurzfristig eine gewisse Kontinuität in die Verordnungsgebung zu bringen.

Bei den Fachthemen ging es zunächst um die Herstellung und Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit:
Aufbauend auf den schon vorliegenden Erleichterungen auf Grundlage der VO(EU)1088/2015 und dem zugehörigen AMC/GM erläuterte Herr Scholz vom DAeC die weiteren Schritte bis hin zur Einführung eines eigenen Teil-M(Leicht) für die Allgemeine Luftfahrt. Neue Aspekte in seinen Ausführungen waren z.B., dass dieser Teil-ML dann für die Luftfahrzeuge der Allgemeinen Luftfahrt bis 5,7t (mit wenigen Ausnahmen) generell gilt und das sowohl im nichtkommerziellen, als auch im kommerziellen Betrieb. Auch hier die Ausnahme: sollen diese Lfz. im „Commercial Air Transport“ (CAT) eingesetzt werden gilt Teil-M.

Neu ist weiterhin die Einführung kombinierter Betriebe für Instandhaltung und Prüfung der Lufttüchtigkeit (Im EASA -Sprachgebrauch „Combined Airworthiness Organisation“ – CAO), die von ihrer Anlage her stark an den uns gut bekannten „Luftfahrttechnischen Betrieb“ erinnern.

Auch neu ist die Information, dass die VO zu den technischen Lizenzen nach Teil-66 (L und B2L) offenbar im Sommer in Kraft treten wird. Demnach beginnt die Ausstellung der L-Lizenzen ab dem 01. Oktober 2018. Die nationalen Prüferlizenzen Kl. 3 können nach dem Übergangszeitraum von einem Jahr ab dem 01. Oktober 2019 für EASA -Luftfahrzeuge nicht mehr angewendet werden.

Seitens der EASA ging Herr Neumann mit praktischen Tipps und Hinweisen auf die CS-STAN und auf den Einbau von Teilen ein, die vom Halter akzeptiert werden.

Herr Konzock vom LBA gab weitere Hinweisen zu den selbst erklärten IHP und zu den Instandhaltungsbetrieben.

Ergänzend dazu informierte Herr Schmutz vom LBA , dass im Rahmen der Einführung der L-Lizenzen auch die Technischen Lizenzen des DAeC auf der Grundlage der Anerkennung als nationale Qualifikation gewandelt werden.

Zweiter Themenkomplex, die flugbetrieblichen Regelungen:
Dr. Erb erläuterte aus der Sicht der AOPA, mit welchen Ärgernissen sich die Piloten der Allgemeinen Luftfahrt nach der Einführung des Teil OPS, insbesondere der Teile NCO und NCC beschäftigen und stellte ein Gemeinschaftsprojekt mit der EASA und anderen Partnern vor, bei dem es um die Entwicklung einer allgemeinen Vorlage eines „Operation Manual“ für Betreiber nicht-komplexer Luftfahrzeuge geht. Mehr dazu werden wir auf der AERO erfahren.

Aus der Sicht des LBA tut sich mit der Einführung von OPS-NCC eine neue Baustelle auf, die den Betrieb technisch komplizierter Luftfahrzeuge im nichtgewerblichen Flugbetrieb betrifft. Herr Sieder verweist in diesem Zusammenhang auf einen dringenden weiteren Abstimmungsbedarf zwischen der EASA und den Mitgliedsstaaten.

Auch im Bereich Ballone und Segelflugzeuge tut sich einiges. Hier werden eigene flugbetriebliche Regelungen entwickelt, da die bisherigen Regeln für diese Luftfahrzeuge zu komplex sind.

Der abschließende Themenkomplex FCL:
Zentraler Schwerpunkt des Vortrages von Herrn Borgmeier von der EASA war das Training außerhalb zugelassener ATO und ein Ausblick auf Probleme die man bei der EASA erkannt hat und an deren Lösung man derzeit arbeitet.

In seinem abschließenden Statement wurde von Herrn Ronig seitens der EASA zugesagt, dass man auch weiterhin bei der EASA offen für die Belange der Allgemeinen Luftfahrt ist. Allerdings musste er die Zuhörer angesichts der Menge der noch anstehenden Änderungen enttäuschen, dass ganz kurzfristig keine deutliche Verbesserung der Kontinuität zu erwarten ist, dazu ist der Umfang der notwendigen Änderungen zu groß.

Bleibt noch, Herrn Sieder vom LBA für die lockere Moderation zu danken und sich auf eine Folgeveranstaltung, vielleicht im kommenden Jahr, zu freuen.

zur GA-Roadmap-Seite des LBA

Bilder der Veranstaltung

Von Evelyn Fey wurden uns freundlicherweise einige Bilder von der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Die Vorträge während der Veranstaltung

1. Agenda

 

2. Eröffnung und Einführung

- Grußworte des "Hausherren"
(Herr Riegauer, BMVI)
- Eröffnung und Vorstellung der Sprecher
(Herr Sieder, LBA)
- Grundsätzliches zur GA Roadmap der EASA
(Herr Deuss, EASA)
- Einführung in die Thematik
- (Ergänzung zur Komplexität von Verordnungen)
(Herr Sieder, LBA)   

 

3. Herstellung und Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit

- vom Teil-M zum Teil-ML, Erleichterungen in der Instandhaltung
(Herr Scholz, DAeC)
- Erleicherungen der Zulassungsbedingungen, CS-STAN, vom Halter akzeptierte Teile
(Herr Ronig, Herr Neumann, EASA)
- selbst erklärte IHP und Instandhaltungsbetriebe
(Herr Konzock, LBA)
- Teil-66-Lizenzen, Kat. L, B2L und B3
(Herr Schmutz, LBA)

 

4. Flugbetrieb (Operation)

- Einführung in die neuen Flugbetriebsvorschriften OPS-NCC, -NCO, -SPO
(Herr Dr. Erb, AOPA Germany)
- OPS-NCO aus Sicht der EASA, incl. AIR-OPS für Ballone
(Herr Ronig, EASA)
- Die Declaration für den Flugbetrieb nach ORO.DEC.100
(Herr Sieder, LBA)

 

5. Lizensierung (FCL)

- Neuigkeiten für Piloten im Bereich der Lizensierung und Ausbildung
(Herr Borgmeier, EASA)

 

6. Zusammenfassung und Ausblick

(Herr Daum, BMVI)

(Herr Ronig, EASA)

(Herr Sieder, LBA)