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Automobilkraftstoffe

Seit dem 1. Januar 2011 müssen Tankstellen Kraftstoffe mit einer Beimischung von bis zu zehn Prozent Bioalkohol (E10) anbieten, das bedeutet eine Verdoppelung des bisher zulässigen Alkoholgehaltes von fünf Prozent. Zu hohe Anteile von Methanol oder Ethanol im Kraftstoff können im Flugbetrieb Probleme verursachen.

Mit einem unverbindlichen Safety Information Bulletin (SIB) wendet sich die Europäische Agentur für Flugsicherheit ( EASA ) an die Eigentümer und Halter von Luftfahrzeugen, die Autokraftstoffe für ihr Luftfahrzeug,  gleich ob Motorflugzeug, Motorsegler oder UL, nutzen. Seit dem 1. Januar 2011 müssen Tankstellen Kraftstoffe mit einer Beimischung von bis zu zehn Prozent Bioalkohol (E 10) anbieten, das bedeutet eine Verdoppelung des bisher zulässigen Alkoholgehaltes von fünf Prozent. Zu hohe Anteile von Methanol oder Ethanol im Kraftstoff können im Flugbetrieb Probleme verursachen. Weniger der Motor, aber mehr alle mit dem Kraftstoff in Kontakt kommenden Bauteile, beispielsweise Filter, Pumpen, Schläuche und Messgeräte, können Schaden nehmen. Der Bundesausschuss Technik (Technische Kommission) warnt davor, andere als für das Luftfahrzeug genehmigte Kraftstoffe zu tanken. Das Luftsportgeräte-Büro weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Halter von Ultraleichtflugzeugen von ihren Herstellern prüfen lassen sollten, ob mit Bioalkohol vermischter Kraftstoff für den Betrieb ihres ULs erlaubt und geeignet ist.

Im Zweifelsfall kann ein Pilot selbst die Zusammensetzung des Kraftstoffes überprüfen. Die Firma Maul bietet ein Testequipment an. Alternativ kann mit einer vereinfachten Methode entsprechend dem (SAIB) CE-07-06 der FAA der Alkoholanteil bestimmt werden. Vorerst sollen, nach Informationen der Mineralölkonzerne, keine „Ultimate“-Kraftstoffe mit Bioalkohol gemischt werden.
Die EASA weist auf die Probleme hin, hält aber eine Lufttüchtigkeitsanweisung (AD) nach der VO (EG) 1702/2003, Teil 21A.3B für nicht gerechtfertigt. Der Bundesausschuss Technik steht seit Jahren mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der EASA zu diesem Thema in Kontakt. Ein detaillierter Forschungsbericht zu diesem Thema ist auf der EASA -Website veröffentlicht.

 

Aufgrund des Biokraftstoffquotengesetzes muss damit gerechnet werden, dass Autobenzin mehr als 1% Bioethanol (Alkohol) zugemischt wird. Luftfahrzeuge, die nur für einen maximalen Anteil von 1% Alkohol zugelassen sind, können diesen Kraftstoff nicht nutzen.
Der DAeC empfiehlt vor der Umrüstung auf Autobenzin die Verfügbarkeit von geeignetem Kraftstoff am Standort zu prüfen.


Auf Antrag des Bundesausschuss Technik des Deutschen Aero Clubs wurden in Absprache und Zusammenarbeit mit der Fa. Petersen eine ganze Reihe von ergänzenden Musterzulassungen ( EMZ ) vom Luftfahrt-Bundesamt erteilt. Basis waren dabei die bereits vorhandenen US-Zulassungen (STCs).

Zugelassene Kraftstoffsorten

Mit den EMZ ist der Betrieb der Flugzeuge mit unverbleitem Automobil-Ottokraftstoff entsprechend EN 228 ROZ 98 (max. 1% Alkohol) oder Automobilkraftstoff nach ASTM D-439 mit einem Antiknockindex von mindestens 91 Oktan (ROZ+MOZ/2) oder einem Gemisch aus Automobil- und Luftfahrtkraftstoff erlaubt.

Freigabe muss für jedes einzelne Flugzeug (jede Werknummer) beantragt werden

Da eine EMZ keine generelle Freigabe bedeutet, weisen wir mit folgenden Informationen auf die notwendigen Verfahrensschritte hin, die vom Halter des Flugzeuges zu beachten sind, bevor Automobilkraftstoff verwendet werden kann.
Die Zulassung zur Verwendung eines anderen als im Handbuch beschriebenen Kraftstoffes stellt eine Änderung am Muster dar, für die von der Zulassungsbehörde auf Grund von geforderten Nachweisen eine Genehmigung ( EMZ ) erteilt wurde.

Voraussetzung für die Freigabe ist folgender Ablauf:
Der Halter beauftragt einen für Flugzeuge anerkannten LTB mit der Durchführung der Änderung. Zu diesem Zweck bestellt der Halter oder LTB unter der Mitteilung von Kennzeichen, Muster, Baureihe, Werknummer von Zelle und Triebwerk bei der Vliegwerk (Adresse siehe unten) die EMZ -Unterlagen, Handbuchseiten und gegebenenfalls erforderlichen Bauteile. Der LTB führt die erforderlichen Maßnahmen durch, prüft und bestätigt die durchgeführte Änderung am Stück und erteilt die Freigabe.
Erst damit sind dann der Betrieb und die Verwendung mit dem alternativen Kraftstoff zulässig und legal.

Interessenten wenden sich bitte direkt an die Vertriebsfirma:

Joop van Weele
 
Vliegwerk Holland BV
Zeeland Airport
Calandweg 50-56
4341 RA  Arnemuiden
tel. +31-113-613293
fax. +31-113-613093
td(at)vliegwerkholland.nl
www.vliegwerkholland.nl


Anzugeben sind zur reibungslosen Abwicklung der Anfrage oder der Bestellung:
- Eintragungszeichen des Luftfahrzeuges
- genaue Musterbezeichnung der Luftfahrzeugzelle
- genaue Baureihenbezeichnung der Zelle
- Werknummer der Zelle
- Baujahr der Zelle
- genaue Musterbezeichnung des Motors
- genaue Baureihenbezeichnung des Motors
- Werknummer des Motors
- Baujahr des Motors.

Halter, die Mitglied im DAeC sind, geben bitte zusätzlich an, in welchem Verein und Landesverband die Mitgliedschaft besteht. Sie erhalten dann einen Mitgliederpreisnachlass.

Autobenzin während der Garantiezeit
Lycoming als auch TCM lehnen aufgrund der amerikanischen Produkthaftung die Verwendung von Autobenzin ab, dies auch während der Garantiezeit.
Zwar dürfen beide seit 1990 keine Motoren mehr verkaufen, welche Blei benötigen, und erlauben die Verwendung von bleifreiem AVGAS 96 von Hjelmco, oder 82UL, welches nichts anderes als eingefärbtes Autobenzin ist, aber die Haftung wird dennoch abgelehnt.
Wer also seine Garantieanspruch wahren möchte, sollte während der Garantiezeit AVGAS tanken.

DR 300-/DR 400-
Für die folgenden Robin-Baureihen bietet die Firma Gomolzig eine Umrüstung auf Autobenzin an, welche von der EASA unter STC Nummer EASA .A.S.01546 zugelassen wurde:

DR315
DR300/108, DR300/125, DR300/180R
DR400/120(D), DR400/125, DR400/2+2, DR400/140, DR400/140B, DR400/180R

Interessenten wenden sich bitte direkt an www.gomolzig.de.