Damit schuf man die Voraussetzung für die Neuorganisation des deutschen Segelflugs, die nach der weitreichenden Strukturreform des DAeC aus dem September 2009 notwendig wurde. Die Entfernung zu bloßer Verbalakrobatik könnte nicht größer sein: Es geht um die zeitnahe Umsetzung eines konkreten Aufgaben- und Personalkonzeptes. Entscheidende Veränderung ist, dass alle segelflugspezifischen Belange in Zukunft in der vollen Verantwortung der Bundeskommission liegen. Ihr operatives Geschäft bewältigen die einzelnen Sportfachgruppen künftig eigenständig. Der Dachverband DAeC nimmt nur einige zentrale, sportartenübergreifende Aufgaben wahr. Hauptziel der DAeC-Reform ist es, allen 160.000 Luftsportlern in Deutschland in ihren insgesamt 20 Verbänden die Möglichkeit zu bieten, ihren Sport unter dem Dach des DAeC zu organisieren.

Unter Leitung von Jörg Zinnert hatte die Arbeitsgruppe „BuKo Segelflug“ mit Mike Köster, Herbert Märtin, Meike Müller und Gaidis Neimanis Ende 2009 die Arbeit aufgenommen. Ihnen gelang es, ein tragfähiges Konzept für den Segelflug zu entwickeln, das den neuen Strukturen und Anforderungen Rechnung trägt. Was bedeutet dies konkret?
Die Mehrzahl der deutschen Segelflieger ist Mitglied eines Ortsvereins. Diese Vereine werden von Landesverbänden betreut, vor allem im Hinblick auf die fliegerische und technische Ausbildung sowie Wartung und Instandsetzung. Diese bewährte Praxis bleibt erhalten.
Nun verbindet der Segelflug Sport und Luftfahrt gleichermaßen und nimmt somit unter den DOSB-Sportarten eine gesonderte Stellung ein. Dieser Umstand verlangt ein sehr hohes Maß an Professionalität, denn ein Großteil der zentralen Aufgaben liegen künftig in der Verantwortung der neuen Bundeskommission Segelflug: Sportbetrieb, Ausbildung/Lizenzen, Technik/Lufttüchtigkeit, Luftraum/ Flugsicherheit sowie Public Relations/ Marketing sind nur einige der vielfältigen Ressorts, welche die BuKo künftig in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit anderen BuKo’s und Verbänden bewältigen wird. Allein mit ehrenamtlichem Engagement kann hier die erforderliche Qualität nicht gewährleistet werden. Ziel ist daher langfristig die Einbindung von hauptamtlichen Mitarbeitern sowie die Nutzung von Synergien. Letztere können durch die themenspezifische Zusammenarbeit der einzelnen Bundeskommissionen untereinander erzielt werden. Hierbei sollen langfristige enge Kooperationen, beispielsweise mit den BuKos der Motor- und Ultraleichtflieger in den Bereichen Technik oder Ausbildung/Lizenzen vereinbart werden. Auch projektbezogene Kooperation ist vorstellbar. Alle Grundleistungen für den Segelflug sollen aber in der Organisation der BuKo selbstständig sichergestellt werden.
Die Mitgliederversammlung in Braunschweig beschäftigte sich neben der BuKo-Thematik zudem mit dem laufenden Sportbetrieb. Die Beauftragten für Ausbildung, Europa, Spitzensport, Breitensport, Luftsportjugend, Unteren Luftraum sowie Segelkunstflug gaben einen Überblick über die aktuelle Arbeit. Auf der Tagesordnung stand außerdem der Deutsche Segelfliegertag 2010, der am 30. Oktober in Ulm stattfinden wird.
Stefanie Gester
Beauftragte für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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